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CDU-Chef Armin Laschet muss für Lars Feld kämpfen

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23.02.2021

Das Gremium der Wirtschaftsweisen war von Anfang an politisch umstritten. Als der populäre Wirtschaftsminister Ludwig Erhard 1963 den Beraterkreis der Ökonomen gründete, fragte ihn Kanzler Konrad Adenauer: „Erhard, woll`n Se sich ne Laus in den Pelz setzen?“. Der Alte aus Rhöndorf, ein Freund des Durchregierens, ahnte schon damals, die fünf Weisen würden unbequem werden – und der Politik das Geschäft nicht leichter machen.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz gibt nun den Adenauer. Der Bundesfinanzminister verhindert eine weitere Amtszeit des hochangesehenen Freiburger Ökonomen Lars Feld, der an der Spitze des Gremiums stand.

Die CDU schäumt, riskiert aber keinen Koalitionsstreit wegen der Personalie. Das wiederum ist eine Steilvorlage für die FDP, die das Erbe von Ludwig Erhard noch stärker für sich beanspruchen kann. Dabei hätte es sich für die CDU, aus vier Gründen gelohnt zu kämpfen.

Erstens ist die Personalie Feld eine politische Richtungsentscheidung. Deutschland steckt in einer Wirtschaftskrise, die Staatschulden wachsen und der Staatseinfluss wuchert immer weiter vor sich hin. Jede Stimme der ökonomischen Vernunft wird gebraucht. Lars Feld hat in der Pandemie nicht den ordnungspolitischen Hardliner gegeben.

Er ist ein pragmatischer Ökonom, der........

© Handelsblatt


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