Japans konservative Revolution: Das sind die Folgen von Takaichis Wahlsieg

Tokio. Japans erste Regierungschefin Sanae Takaichi hat die größte Trendwende in der japanischen Politik geschafft. Sie führte ihre zuvor von Skandalen und Wahlniederlagen erschütterte Liberaldemokratische Partei (LDP) am Sonntag zu einer Zweidrittelmehrheit.

Zwar hat der Sieg einen Makel: Takaichi gewann nur dank der Direktmandate, die fast zwei Drittel des Parlaments ausmachen. Im nach Stimmenanteilen vergebenen Listenwahlblock erhielt ihre Partei 38 Prozent der Sitze. Doch ist es trotzdem die größte Mehrheit, die die LDP in ihrer 70-jährigen Geschichte je erzielt hat. Und sie kommt nur viereinhalb Monate nach Takaichis Amtsantritt.

Die Folgen ihrer nun anstehenden Politik könnten ebenfalls historisch sein – sowohl was das geopolitische Gleichgewicht in Asien angeht als auch die japanische Innenpolitik.

Takaichi sieht es als ihre Mission an, Japan für die neue Ära wachsender Großmachtkonflikte und abnehmender Globalisierung aufzustellen. Trotz der extrem hohen Staatsverschuldung will sie den Staatshaushalt ausdehnen, um mehr Geld in Schlüsselindustrien und die Aufrüstung zu investieren.

Das Ziel: Japan soll wirtschaftlich und geopolitisch autonomer werden und China von militärischen Abenteuern abschrecken, zum........

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