Ist jetzt wieder die richtige Zeit für den Einstieg beim Gold?

Liebe Leserinnen und Leser,

nach den konventionellen Regeln der Wahlkampfkunst müsste Manuel Hagel eigentlich nur noch eine Regel befolgen: Bloß nicht anecken! Der Spitzenkandidat der CDU in Baden-Württemberg hat sehr gute Chancen, dort nach der Landtagswahl am 8. März Ministerpräsident zu werden. Die CDU liegt laut einer Infratest-Umfrage vom 22. Januar bei 29 Prozent, ein deutlicher Vorsprung vor den Grünen mit dem Spitzenkandidaten Cem Özdemir, die bei 21 Prozent stehen. Das sollte reichen für ein schwarz-grünes Bündnis unter Hagels Führung, auch wenn das nicht seine Wunschkoalition ist.

Doch den Plan, sich gleichsam auf Katzensohlen in die Villa Reitzenstein zu schleichen, den Amtssitz des baden-württembergischen Landeschefs, findet Hagel offenbar zu einfach. Oder warum bringt er sonst ohne Not das toxische Thema Lebensarbeitszeit auf?

„Natürlich werden wir aufgrund der steigenden Lebenserwartung irgendwann bis 70 oder länger arbeiten müssen“, sagte Hagel im Handelsblatt-Interview. Und: „Wenn ich von wir rede, dann meine ich nicht die Menschen, die jetzt vor der Rente stehen. Ich spreche von meiner Generation oder der meiner drei kleinen Kinder.“

Hagel ist 37. Ebenfalls nach den konventionellen Regeln der Wahlkampfkunst müsste Özdemir nun bei jedem Wahlkampfauftritt sagen: Wenn es nach der CDU geht, sollen alle, die heute unter vierzig sind, bei Daimler oder Bosch am Band stehen bis sie 70 sind – mindestens.

Özdemir könnte natürlich auch sagen, dass sein Gegenkandidat recht habe – und dass man einiges tun müsse, damit es all die Industriejobs in Baden-Württemberg in einigen Jahrzehnten überhaupt noch gibt.

Hagel zumindest........

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