Wir müssen runter von der Speisekarte

Nüchtern, aber doch in eindringlichen Worten beschrieb der Bundeskanzler in Davos den tristen Zustand der heutigen Welt. Die Welt sei zu einem „unangenehmen, gefährlichen Ort“ geworden, „in dem nur Macht zählt“, sagte Friedrich Merz. Zu einem Ort, an dem Mittelmächte wie Deutschland im „Zeitalter einer neuen Großmachtpolitik“ zwischen China, Russland und den USA zerrieben zu werden drohen.

„Europa hat die Botschaft verstanden. Deutschland hat die Botschaft verstanden“, beteuerte Merz dann noch. Und man mag dem Kanzler seine Worte vor der versammelten Wirtschaftselite auf dem Weltwirtschaftsforum nur allzu gern glauben. Doch ob Europa wirklich die richtigen Schlüsse aus den zurückliegenden historischen Tagen zieht, in denen US-Präsident Donald Trump sich mit den Methoden eines Mafiagangsters EU-Territorium erpresserisch einzuverleiben versuchte, daran bestehen trotz der neuen geopolitischen Lage Zweifel.

Grundsätzlich kann Merz, kann Europa ein positives Fazit der Davos-Woche ziehen. Zwar war das diesjährige Treffen in den Schweizer Alpen so amerikanisch dominiert wie nie zuvor. Gleichzeitig war Davos laut Teilnehmern aber auch selten so „antiamerikanisch“ wie in diesem Jahr.

Und das nicht nur, weil Trump das Weltwirtschaftsforum durch seine Drohungen gegenüber der EU von Beginn an gekapert hatte. In Davos wurde auch deutlich, wie sehr die US-Tech-Unternehmen die globale Wirtschaft dominieren.

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