Seinen Wohlstand erhält Deutschland nur mit Handel – diesem Bündnis sollte sich die EU anschließen

Das Konjunkturjahr 2026 wird ein besonderes. Nicht nur, weil die deutsche Wirtschaft wohl endlich wieder wachsen wird. Sondern auch, weil sie so wachsen wird wie noch nie zuvor. Der Außenhandel wird jedoch so gut wie nichts zum Wachstum beitragen, das erwartete Plus von einem Prozent soll vielmehr durch die Binnennachfrage entstehen.

Die internationale Arbeitsteilung hat der Bundesrepublik über Jahre ihren Wohlstandsgewinn beschert. Dieses deutsche Geschäftsmodell funktioniert aber nicht mehr, denn die beiden wichtigsten Handelspartner, China und die USA, setzen heute auf Abschottung und Eskalation.

Die Hoffnung, die Binnenkonjunktur könnte nun an diese Stelle treten, ist verfehlt. Das erwartete Wachstum im laufenden Jahr ist durch die hohen staatlichen Ausgaben getrieben. Das wird nicht so bleiben, in den kommenden Jahren wird Deutschland auch wieder selbstgetragenes Wachstum erleben.

Deutsche Exportwirtschaft meldet „dramatische“ Entwicklung – Verband fordert „Handels-Nato“ gegen Zölle

Die internationale Arbeitsteilung hat der Bundesrepublik über Jahre ihren Wohlstandsgewinn beschert. Dieses deutsche Geschäftsmodell funktioniert aber nicht mehr, denn die beiden wichtigsten Handelspartner, China und die USA, setzen heute auf Abschottung und Eskalation.

Die Hoffnung, die Binnenkonjunktur könnte nun an diese Stelle treten, ist verfehlt. Das erwartete Wachstum im laufenden Jahr ist durch die hohen staatlichen Ausgaben getrieben. Das wird nicht so bleiben, in den kommenden Jahren wird Deutschland auch wieder selbstgetragenes Wachstum erleben.

Deutsche Exportwirtschaft meldet „dramatische“ Entwicklung – Verband fordert „Handels-Nato“ gegen Zölle

Doch dieses wird weit weg von dem Niveau sein, das das Land braucht, um seinen Wohlstand zu erhalten. Die inländische Nachfrage zu stärken, ist richtig und notwendig. Aber das kann nicht reichen, allein wegen der Summen, die die deutsche Exportwirtschaft in der Vergangenheit erwirtschaftet hat. Und weil es jemanden braucht, der die Vorzüge des globalen Freihandels hochhält. Endet die internationale Arbeitsteilung, schrumpft der weltweite Wohlstand.

Das mag naiv klingen in einer Phase, in der US-Präsident Donald Trump genau diese Logik gerade rückabwickelt und China den Handel nur noch nutzt, um globale Märkte mithilfe von Dumpingpreisen zu den eigenen Gunsten zu verzerren. Nicht umsonst erwarten drei Viertel der deutschen Außenhändler laut einer neuen Umfrage schrumpfende Geschäfte.

Neue, schlagkräftige Bündnisse sind möglich

Aber die Lage ist nicht aussichtslos. Um den Tod des Freihandels dauerhaft zu verhindern, muss die EU jede multilaterale Chance nutzen, die sich bietet. Die größte Chance hat fünf Buchstaben: CPTPP. Das transpazifische Bündnis um Länder wie Australien, Kanada, Mexiko, Vietnam und Großbritannien könnte zu einem schlagkräftigen Verbündeten für die EU werden.

Der deutsche Außenhandelspräsident Dirk Jandura stellt sich in dem Zusammenschluss gleich eine „Handels-Nato“ vor, der bei einem handelspolitischen Angriff auf eines der Länder des Bündnisses Gegenmaßnahmen von allen auslöst. Fraglich, ob das kurzfristig realistisch ist, aber der Ansatz ist der richtige.

Gedankenspiele, mit CPTPP zusammenzukommen, hatte es in Brüssel schon gegeben. Dort ruderte man schnell wieder zurück, offenbar aus Sorge vor Trump. Diese Sorge darf Europa aber nicht leiten. Trump hört nur auf die Finanzmärkte. Politisch wird er sich nicht von seiner aggressiven Zollpolitik abbringen lassen. Europa muss neue Partner finden, Europa muss erwachsen werden.

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