Erpressungszölle wegen Grönland – überreizt Trump sein Blatt? |
Liebe Leserinnen und Leser,
in den rund zehn Jahren, die Donald Trump inzwischen meinen journalistischen Alltag begleitet, hatte ich einen Gedanken häufiger als alle anderen: „Jetzt ist er zu weit gegangen, mit DER Nummer kann er unmöglich durchkommen.“ Zum Glück habe ich das häufiger gedacht als geschrieben, denn bislang ist Trump mit allem durchgekommen.
Andererseits: Bisherige Entwicklungen einfach in die Zukunft fortzuschreiben, ist eine der häufigsten Ursachen für Fehlprognosen. Nur weil der Moment, in dem Trump an seine Grenzen stößt, bislang nicht eingetreten ist, bedeutet das nicht, dass der Moment nicht irgendwann kommen kann.
Markierte dieses Wochenende womöglich diesen Zeitpunkt? Trumps Ankündigung, ab 1. Februar Strafzölle gegen Dänemark und sieben seiner Verbündeten zu verhängen, inklusive Deutschland, bedeutet in mehrfacher Hinsicht eine neue Eskalationsstufe.
Fazit: Trump ist nicht unverwundbar. Seine Stärke speist sich aus der Angst und der Schwäche seiner Gegner. Möglich, dass er auch dieses Mal damit durchkommt. Die Europäer sind schließlich geübt darin, erst von Konsequenzen zu schwadronieren und sich dann in Duldungsstarre auf den Boden zu legen.
Aber sollte in den Geschichtsbüchern einmal stehen, dass der Januar 2026 den Zenit von Trumps Macht markierte, wäre ich zumindest nicht verwundert.