Seltene Erden – die deutsche Wirtschaft sollte sich nicht zu früh freuen
China hat Ernst gemacht. Erstmals wurden auch deutsche Firmen davon getroffen, dass Peking den Export bestimmter Rohstoffe und ihrer Produkte gedrosselt hat. So stark, dass die Bänder bei manchen Unternehmen stillstanden oder kurz davor sind.
Dass die chinesische Führung diesen Hebel irgendwann ziehen würde, war absehbar. Im Umgang mit der Kommunistischen Partei gilt: In vielen Fällen kann man aus Beobachtungen ableiten, was sie vorhat. In den vergangenen Monaten wurden zahlreiche Gesetze erlassen, die es ermöglichten, die Ausfuhr von wichtigen Rohstoffen enger zu kontrollieren – Pekings Art zu sagen: Es ist uns ernst.
Doch auch schon lange davor hatte sich abgezeichnet, dass Peking eines Tages die Rohstoffkarte ziehen würde, wenn sich die Gelegenheit bietet. Seit vielen Jahren schon bereitet sich die Führung unter Staats- und Parteichef Xi Jinping auf einen größeren internationalen Konflikt vor. Und mehrfach hat die Führung Abhängigkeiten anderer Länder von der Volksrepublik für politische Zwecke ausgenutzt.
Auch die weltweite Dominanz bei seltenen Erden hat Peking seit Jahren gezielt vorbereitet. Nun erntet Peking die Früchte seiner Arbeit und zieht die Kontrollen hoch. Es nimmt dafür auch in Kauf, dass sich die Beziehungen zu Deutschland verschlechtern. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sprach im Anschluss eines Treffens mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi ungewöhnlich deutlich von „verloren gegangenem Vertrauen“.
