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„Klartext“ (ZDF) zur Bundestagswahl: Olaf Scholz wirkt deutlich zerknirscht

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15.09.2021

Kurz vor der Bundestagswahl stellt sich Olaf Scholz Fragen der Bürger:innen beim ZDF-Format „Klartext“.

Berlin – Wem wird es gelingen, Olaf Scholz aus der Reserve zu locken? Das könnte als Motto über dem Diskussionsabend namens „Klartext“ im ZDF stehen. Relativ schnell steht fest: Die Moderatoren Bettina Schausten und Peter Frey werden es nicht sein, schon ihre Einstiegsfrage zum Warmmachen zündet nicht. Sie wollen vom SPD-Kanzlerkandidaten wissen, warum er trotz seiner Umfragen-Höhenflüge immer noch zu Demut mahnt. „Befürchten Sie, dass es doch nicht reicht?“

Das erlaubt Olaf Scholz, das Spotlicht auf diejenigen zu lenken, die hier im Fokus stehen: „Jetzt ist die Stunde der Bürgerinnen und Bürger und nicht der Politiker“, erläutert er zum Punkt, warum gerade aktuell Demut angesagt ist.

Weitaus bewegender als die trockenen Fragen der Moderatoren sind die der Menschen aus dem Publikum, die teils auch in Einspielern näher vorgestellt werden. Wie die Rentnerin Ursula „Uschi“ Sachs, die sich in Berlin-Neukölln ehrenamtlich beim Verein „Leib und Seele“ für noch bedürftigere Rentner einsetzt. „Wo bleibt die Wertschätzung der Politik“, will sie wissen. Olaf Scholz bedankt sich bei Frau Sachs für ihr Engagement, versichert, dass „unsere ganze Gesellschaft ohne Frauen wie Sie nicht funktionieren würde“ und erzählt von einem persönlichen Erlebnis, als er selbst bei einer Tafel in Potsdam mitgeholfen habe. Zum Schluss kommt die Bekundung, Altersarmut besser vorbeugen zu wollen vorzubeugen. Mit der Grundrente und einem höheren Mindestlohn zum Beispiel.

Dieses Muster: Empathie bekunden, ein kleines persönliches, aber doch nicht zu persönliches Erlebnis einflechten, und anschließend auf geplante Maßnahmen verweisen, wendet er in ähnlicher Form auch für alle weiteren Fragen aus dem Publikum an. Die Antworten scheinen die Fragenden oft nicht zu überzeugen. Trotzdem schafft Olaf Scholz eine konstruktive Atmosphäre, die Empathie wirkt........

© Frankfurter Rundschau


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