Unbequeme Aussichten

Stand: 20.04.2026, 17:05 Uhr

Von: Sven Christian Schulz

KommentareDruckenTeilen(function(a,b){if(a.navigator.canShare){var c=b.querySelector(".idjs-webshareAction"),d=JSON.parse(a.ippen.b64DecodeUnicode(" eyJ0aXRsZSI6IlVuYmVxdWVtZSBBdXNzaWNodGVuIiwidGV4dCI6IkRpZSBXYWhsIFJhZGV3cyBpbiBCdWxnYXJpZW4ga8O2bm50ZSBkaWUgRVUgYXVzYnJlbXNlbi4gRWluIEtvbW1lbnRhci4iLCJ1cmwiOiJodHRwczovL3d3dy5mci5kZS9tZWludW5nL3VuYmVxdWVtZS1hdXNzaWNodGVuLTk0MjcwNjU0Lmh0bWw/dXRtX3NvdXJjZT1fc2hhcmVkJnV0bV9tZWRpdW09d2VzdCZ1dG1fY2FtcGFpZ249aW50ZXJhY3Rpb25iYXIifQ=="));c&&a.navigator.canShare(d)&&(c.style.display="",c.addEventListener("click",b=>{b.preventDefault(),a.setTimeout(function(){a.navigator.share(d)},0)}))}})(window,document);

Die Wahl Radews in Bulgarien könnte die EU ausbremsen

Bulgarien hat seinen „Balkan-Messias“ zum nächsten Regierungschef gewählt. Getrieben von Wut über allgegenwärtige Korruption und zur Schau gestellten Reichtum der Oligarchen in einem der ärmsten EU-Länder haben sich die Bulgarinnen und Bulgaren mehrheitlich für Rumen Radew entschieden. Der frühere Luftwaffenchef zählt seit Jahren zu den beliebtesten Politikern des Landes. Kann er liefern oder wird er entzaubert?

Radew steht für alles und nichts. Er hat viel versprochen, etwa den Kampf gegen Korruption und Oligarchen, gab im Wahlkampf auf konkrete Fragen aber nie konkrete Antworten.

Für Europa könnte Radew unbequem werden. Der russlandfreundliche Politiker hat immer wieder Kreml-Narrative bedient und keinen Zweifel daran gelassen, dass es mit ihm keine Militärhilfe für die Ukraine geben wird. Er ist kein zweiter Viktor Orbán, aber eben auch kein glühender Europäer. Er wird die EU nicht mit Dauer-Vetos blockieren, jedoch vieles infrage stellen und verzögern. In Zeiten, in denen Europa Entschlossenheit und Tempo braucht, drohen aus Sofia Skepsis und Bremsmanöver.

Wie sehr der 62-Jährige mit Hang zum Populismus bremsen wird, müssen die nächsten Monate zeigen. Im Wahlkampf lieferte er bereits eine Kostprobe: Mit euroskeptischen Tönen wollte er politisches Kapital aus den Sorgen der Menschen schlagen und gab dem zum Jahreswechsel eingeführten Euro die Schuld an hohen Energiepreisen und Inflation. Man kann nur hoffen, dass dieses populistische Manöver dem Wahlkampf geschuldet war – sicher ist das nicht.

Dabei ist Bulgarien auf einem guten Weg: Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit ist gering, und ausgewanderte Bulgar:innen kehren zurück. Es liegt an Radew, die Chance auf echten Wandel zu nutzen.


© Frankfurter Rundschau