Die Medien und ihre demokratische Pflicht

Stand: 05.08.2025, 16:20 Uhr

Von: Stephan Hebel

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Sommerinterviews mit AfD-Vorsitzenden: Eine notwendige Auseinandersetzung oder eine problematische Normalisierung? Die FR-Leserinnen und Leser sind sich uneinig über den Umgang mit der Partei.

Der Anlass liegt eine Weile zurück, längst haben Politik und Medien die nächsten „Säue durchs Dorf gejagt“. Aber damit hat sich die Frage noch lange nicht erledigt, die ich Ihnen, den Leserinnen und Lesern, vor zwei Wochen gestellt habe: Sollten öffentlich-rechtliche Medien eine Politikerin wie AfD-Chefin Alice Weidel zum Sommerinterview bitten?

Der Anlass, das war das ARD-Sommerinterview mit Weidel, das vor allem wegen einer akustischen Störaktion des „Zentrums für Politische Schönheit“ für Aufregung sorgte. Aber dahinter steht die grundsätzliche Frage, welche Bühnen einer Partei geboten werden sollten, die zumindest in Teilen rechtsextremistisch ist. Für Ihre zahlreichen Antworten bedanke ich mich sehr herzlich, gerade auch bei denjenigen, die hier aus Platzgründen nicht zu Wort kommen können.

Ich hatte mich gegen solche Interviews ausgesprochen, aber wie einige andere widerspricht Gregor Böckermann aus Neu-Isenburg: „Wenn wir uns nicht mehr mit der AfD auseinandersetzen wollen, sie einfach verbieten, dann, finde ich, ist es nicht weit her mit unserem Verständnis von Meinungsfreiheit und Demokratie. Daher: Ja zu ,Sommerinterviews‘ mit Alice Weidel, aber auch Ja zu Störaktionen von GegnerInnen ihrer Partei.“

Lieber Herr Böckermann, ich schätze und teile Ihr Plädoyer für Meinungsfreiheit. Aber die AfD nicht zu Interviews zu bitten, bedeutet für mich keineswegs, sich nicht mit ihr auseinanderzusetzen, im Gegenteil: Wie vor zwei Wochen schon angemerkt, plädiere ich für eine intensive........

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