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Aufstehen gegen die Politik der Angst

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21.02.2025

Stand: 18.02.2025, 14:43 Uhr

Von: Stephan Hebel

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Die Furcht vor dem Verlust grundlegender Werte und Freiheiten ist zwar berechtigt. Aber sie kann – und muss – ein Ansporn sein, zu demonstrieren und sich für Alternativen einzusetzen.

Noch wenige Tage bis zur Wahl, und ehrlich gesagt: Mir ist angst und bange. Aber das letzte Wort soll und darf das nicht sein, siehe unten.

Angst und bange ist mir nicht vor den vermeintlichen Bedrohungen, aus denen in diesen Zeiten die Politik der Angst geformt wird. Nicht vor zugewanderten Menschen an sich, auch wenn mir manche Gepflogenheiten zunächst fremd sind und mich die schrecklichen Taten Geflüchteter ebenso erschüttern und verunsichern wie die Verbrechen alteingesessener Deutscher; nicht vor einem Tempolimit oder Vorschriften für künftige Heizungen, auch wenn es sich am bequemsten anfühlen würde, so weiterzumachen wie bisher; nicht vor dem Gendern und sprachlicher Rücksicht auf Minderheiten, auch wenn es mich manchmal im gewohnten Redefluss irritiert.

Manche dieser Zumutungen mögen dem „gesunden Menschenverstand“ widersprechen, der sich nicht selten mit „Haben wir doch immer so gemacht“ übersetzen lässt. Er steckt hinter der Rede von „den Leuten“, die so viel Veränderung nicht wollten. Dass manche das Neue vielleicht deshalb nicht wollen, weil niemand es in ein überzeugendes Gesamtbild einer besseren und gerechteren Zukunft einbettet, bleibt viel zu oft außen vor.

Auch bei mir rebelliert hier und da der „gesunde Menschenverstand“, aber andererseits: Sind nicht Anti-Diskriminierung, Menschenrechte für alle und sozial ausgewogener Klimaschutz Ausdruck einer Vernunft, die stärker sein sollte als noch so verständliche Abwehrreflexe? Einer Vernunft, die sich in der........

© Frankfurter Rundschau