Warum Reza Pahlavi keine demokratische Option für Iran ist
Warum Reza Pahlavi keine demokratische Option für Iran ist
Stand: 23.04.2026, 18:41 Uhr
Von: Sereina Donatsch
KommentareDruckenTeilen(function(a,b){if(a.navigator.canShare){var c=b.querySelector(".idjs-webshareAction"),d=JSON.parse(a.ippen.b64DecodeUnicode(" eyJ0aXRsZSI6IlRyb3R6IEtyaXRpazogV2FydW0gUmV6YSBQYWhsYXZpIGtlaW5lIE9wdGlvbiBmw7xyIGRlbiBJcmFuIGlzdCIsInRleHQiOiJEZXIgU2NoYWgtU29obiBSZXphIFBhaGxhdmkgdG91cnQgZHVyY2ggRXVyb3BhIHVuZCBnaWJ0IHNpY2ggYWxzIERlbW9rcmF0LiBEb2NoIHNlaW4gYmx1dGlnZXMgRXJiZSBzcHJpY2h0IGVpbmUgYW5kZXJlIFNwcmFjaGUuIERlciBLb21tZW50YXIuIiwidXJsIjoiaHR0cHM6Ly93d3cuZnIuZGUvbWVpbnVuZy9rb21tZW50YXJlL3Ryb3R6LWtyaXRpay13YXJ1bS1yZXphLXBhaGxhdmkta2VpbmUtb3B0aW9uLWZ1ZXItZGVuLWlyYW4taXN0LTk0Mjc2MTk3Lmh0bWw/dXRtX3NvdXJjZT1fc2hhcmVkJnV0bV9tZWRpdW09d2VzdCZ1dG1fY2FtcGFpZ249aW50ZXJhY3Rpb25iYXIifQ=="));c&&a.navigator.canShare(d)&&(c.style.display="",c.addEventListener("click",b=>{b.preventDefault(),a.setTimeout(function(){a.navigator.share(d)},0)}))}})(window,document);
Der Schah-Sohn Reza Pahlavi tourt durch Europa und gibt sich als Demokrat. Doch sein blutiges Erbe spricht eine andere Sprache. Der Kommentar.
Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs und einer der bekanntesten iranischen Exil-Oppositionellen, ist in Berlin. Und kritisiert, Deutschland und Europa hätten zu lange weggeschaut, die iranische Bevölkerung im Stich gelassen, auf Diplomatie gesetzt, obwohl das Regime in Teheran seit Jahrzehnten nur mit Gewalt herrsche.
Menschen werden hingerichtet, können weder kommunizieren noch dokumentieren, was ihnen angetan wird. Währenddessen verbreiten Vertreter des Regimes ungehindert ihre Version der Ereignisse – auch in westlichen Medien. Pahlavi gibt sich zurückhaltend. Er sei zwar Monarchist, aber über die Zukunft Irans solle nicht er entscheiden, sondern das Volk – in einem demokratischen Prozess. Das klingt vernünftig. Das Problem: Man sollte es ihm nicht abkaufen.
Pahlavi gibt sich als Demokrat: Doch sein Erbe zeigt was anderes
Pahlavi weigert sich bis heute, die Verbrechen seines Vaters klar zu verurteilen. Stattdessen spricht er von Stolz. Auf ein Regime, das für Folter, politische Verfolgung und Gewalt steht. Ein blutiges Erbe – und ein Vermögen, das ihm ein komfortables Leben im US-Exil ermöglicht, getragen von eben diesem Erbe. Der, der sich selbst als „Freund Israels“ bezeichnet, hat wiederholt militärisches Eingreifen von außen gegen das iranische Regime gefordert, zuletzt im Februar. Für die Menschen im Land bedeutet das: Repression von innen, Bomben von außen.
Hinzu kommen Berichte über Kontakte in den Machtapparat, die er unterhalten soll. Pahlavi hat immer wieder damit geprahlt, Verbindungen zu Kommandeuren der Revolutionsgarden zu haben – jenem Apparat, der für Repression und Terror steht. Auf der Plattform X bezeichnete Pahlavi ein kurdisches Bündnis als „Separatisten“ und legte nahe, es nach einem Machtwechsel militärisch unter Kontrolle zu bringen. Kritische Fragen der Medien weist Pahlavi in Berlin zurück. Wer ihm widerspricht, übernimmt angeblich die Propaganda des Regimes. Bei seinem Auftritt wurde der 65-Jährige mit roter Flüssigkeit bespritzt. Der Zwischenfall steht sinnbildlich für eine Figur, die polarisiert und nicht vereint.
Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg
Pahlavi nicht die demokratische Option für den Iran
Zwar ging die Regierung auf Distanz und ein offizieller Empfang blieb aus. Auch Politiker:innen von Union, Linken und Grünen kritisierten den Besuch. Doch Bilder wirken stärker. Was hängen bleibt, ist nicht die Abgrenzung, sondern der Empfang. Ähnlich war es zuvor in Frankreich und Schweden. Nuancen gehen im politischen Betrieb verloren. Der Eindruck nach außen ist klar – und er ist ein schlechter.
Vor 15 Min.FR-KommentarStrafrecht hilft nicht gegen Judenhass
Milliardenschwere LachnummernDie Bundeswehr muss sich schneller wandeln
Milliardenschwere Lachnummern
Das Treffen weckt Zweifel, ob Teile der Politik ein ernsthaftes Interesse an einer demokratischen Entwicklung im Iran haben – einer, die alle ethnischen und religiösen Gruppen einschließt. Pahlavi ist jedenfalls kein glaubwürdiger Demokrat. Gerade deshalb hätte es einer klareren Haltung bedurft. Denn nicht Deutschland oder Europa sollten entscheiden, wer die iranische Opposition repräsentiert. Sondern die Menschen dort selbst.
