FR-üh dran: Iran-Verhandlungen laufen, während Rubio nach Israel will – oder auch nicht

FR-üh dran: Iran-Verhandlungen laufen, während Rubio nach Israel will – oder auch nicht

Stand: 28.02.2026, 07:02 Uhr

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US-Außenminister Marco Rubio will heute Netanjahu treffen – doch die Iran-Krise macht selbst Terminplanung zum Hochrisikospiel. Alle Details in unserer „FR-üh dran“-Kolumne.

FRüh-Radar – das steht heute an: US-Außenminister Marco Rubio soll heute nach Israel reisen – eigentlich. Denn der für Samstag geplante Besuch bei Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steht unter Vorbehalt. Der Termin könnte noch auf Montag verschoben werden, wie ein US-Beamter gegenüber AFP bestätigte: „Rubio plant immer noch, nach Israel zu reisen, aber der Zeitplan könnte noch geändert werden.“ Ein deutliches Zeichen dafür, wie angespannt die Lage im Nahen Osten derzeit ist.

Wir fassen zusammen, wie es dazu kam: Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich in den vergangenen Wochen dramatisch verschärft. US-Präsident Donald Trump hatte öffentlich erklärt, er erwäge einen „begrenzten“ Angriff auf den Iran, sollte Teheran nicht zu einem Abkommen bereit sein. Diese Drohung ließ das Mullah-Regime nicht unbeantwortet: Es kündigte an, auch auf einen begrenzten Angriff „mit voller Härte“ zu reagieren. Netanjahu seinerseits warnte vor „sehr schwierigen und herausfordernden Tagen“ und drohte dem Iran mit einer Reaktion von einer „Härte, die sie sich nicht vorstellen können“, sollte die Islamische Republik Israel angreifen. Bereits im Juni führten Iran und Israel einen zwölftägigen Krieg gegeneinander, bei dem die USA an Israels Seite kämpften und iranische Atomanlagen angriffen. Netanjahu betonte erst kürzlich: „Das Bündnis mit den USA war nie enger.“

Hier erfahren Sie, worum es geht, worauf es ankommt und woran es hängt: Der Rubio-Besuch findet in einem Moment statt, in dem drei verschiedene diplomatische Stränge gleichzeitig laufen – und einander beeinflussen. Während derzeit US-Unterhändler:innen mit iranischen Vertretern über das Atomprogramm verhandeln, verstärken die USA massiv ihre militärische Präsenz in der Golfregion.

Das Problem: Israel fordert seit Langem, dass ein Iran-Abkommen nicht nur das Atomprogramm umfasst, sondern auch das Arsenal ballistischer Raketen und die Unterstützung iranischer Verbündeter in der Region einschränkt. Die USA hingegen konzentrieren sich primär auf die nukleare Frage. Rubios Besuch soll diese unterschiedlichen Positionen koordinieren – falls er denn stattfindet. Die Gespräche zwischen Rubio und Netanjahu dürften sich hauptsächlich um den Iran drehen, während parallel die USA bereits rund 40 Botschaftsmitarbeiter:innen aus Beirut abgezogen haben – eine „vorübergehende Maßnahme“ zur Sicherheit des Personals, wie es offiziell heißt.

Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran

Espresso-Argumente für die Kaffeeküche

Mit diesen Argumenten punkten Sie bei der politischen Debatte in der Kaffeeküche:„Trump zeigt endlich Stärke gegen den Iran“ – diese Behauptung übersieht die komplexe Realität. Militärische Drohungen mögen kurzfristig Eindruck machen, aber sie lösen keine strukturellen Probleme. Der Iran hat bereits bewiesen, dass er auf Druck mit Gegendruck reagiert. Eine nachhaltige Lösung erfordert multilaterale Diplomatie, nicht unilaterale Muskelspiele.

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Die Lage am MorgenFR-üh dran am Equal Pay Day: Merz schaut zu, wenn Frauen 58 Tage umsonst arbeiten

Der Fall EpsteinWarum der Fall Epstein ein System der Gewalt offenlegt

„Israel hat das Recht, sich gegen iranische Bedrohungen zu verteidigen“ – Selbstverteidigung ist unbestritten ein legitimes Recht. Problematisch wird es, wenn präventive Militärschläge als Verteidigung verkauft werden. Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte zeigen: Militärische Interventionen im Nahen Osten haben selten zu mehr Stabilität geführt, sondern oft das Gegenteil bewirkt.

„Verhandlungen mit dem Iran sind sinnlos“ – diese Haltung ignoriert erfolgreiche Diplomatie der Vergangenheit. Das Iran-Atomabkommen von 2015 funktionierte, bis Trump es einseitig aufkündigte. Diplomatie braucht Geduld und Kompromissbereitschaft – Eigenschaften, die in populistischen Zeiten als Schwäche missverstanden werden, aber tatsächlich Stärke erfordern.

FR-üh dran – die Lage am Morgen

„FR-üh dran – die Lage am Morgen“ informiert Sie jeden Morgen über den wichtigsten Termin des Tages. Wir fassen zusammen, was ansteht, wie es dazu kam und was daraus folgt. Außerdem rüsten wir Sie als FR-Leser:in mit Argumenten für die politische Debatte in der Kaffeeküche, am Mittagstisch und auf dem Schulhof.

Auf unserer Themenseite finden Sie alle Ausgaben von „FR-üh dran – die Lage am Morgen“ in der Übersicht und noch mehr gute Gründe, warum „FR-üh dran“ zu Ihrem täglichen Morgenritual werden sollte.

Sie sind anderer Meinung, Ihnen fehlen Argumente oder Sie haben ein Thema, dem wir uns in der Kolumne annehmen sollen? Dann schreiben Sie uns oder diskutieren Sie mit in der Kommentarspalte unter diesem Artikel.

Lesen Sie hier schon heute, was als Nächstes passieren wird: Die Ergebnisse der laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran werden entscheidend dafür sein, ob Rubios Israel-Besuch – wann auch immer er stattfindet – zu konkreten Absprachen führt oder nur Schadensbegrenzung betreibt. Ein ranghoher US-Beamter erklärte Mitte Februar, der Iran wolle mit „detaillierten Vorschlägen zurückkommen, um einige der offenen Differenzen zwischen unseren Positionen zu klären“.

Sollten diese Gespräche scheitern, dürfte der Druck auf eine militärische Lösung steigen. Die bereits verstärkte US-Militärpräsenz in der Golfregion zeigt, dass Washington auf alle Szenarien vorbereitet und Trump zu allem bereit ist.

Wussten Sie, dass die USA seit 1980 – also seit einem Jahr nach der Islamischen Revolution – keine diplomatischen Beziehungen zum Iran unterhalten? 46 Jahre ohne offizielle Botschaften, ohne Austausch von Diplomaten, ohne direkte Kommunikationskanäle. Und trotzdem sitzen amerikanische und iranische Unterhändler regelmäßig am Verhandlungstisch – wie gerade jetzt bei den Atomgesprächen.

Wie geht das? Ganz einfach: über Umwege. Die Schweiz vertritt US-Interessen in Teheran, Pakistan übernimmt iranische Belange in Washington. Wenn direkte Gespräche nötig sind, treffen sich beide Seiten in neutralen Ländern. Diplomatische Beziehungen abzubrechen, ist eine Sache, miteinander zu reden eine andere. Es ist das Paradoxon moderner Außenpolitik: Selbst Erzfeinde können nicht vollständig aufhören zu kommunizieren. Zu groß sind die gemeinsamen Herausforderungen, zu gefährlich das komplette Schweigen. (Quellen: dpa, AFP, Times of Israel, AP News) (nak)


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