Muscheln und Schnecken: Wenn Weichtiere die Stars sind
Muscheln und Schnecken: Wenn Weichtiere die Stars sind
Stand: 17.04.2026, 17:20 Uhr
Von: Lydia Möcklinghoff
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Ob Vampirschnecke, Mondmuschel oder ein anderes Tier gekürt wird, bestimmen wir.
Vergesst die Fußball-WM und den Eurovision Song Contest! Das Event des Jahres steht uns jetzt schon ins Haus: Endlich wurden die Finalisten der „Wahl zum Internationalen Weichtier 2026“ bekanntgegeben. Und nicht nur das: Vom 13. bis 26. April dürfen wir alle mit abstimmen! Jedes Jahr richtet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung mit der Unitas Malacologica – der internationalen Fachgesellschaft für Molluskenforschung – diese Wahl aus. Damit bieten sie dem faszinierenden und vielfältigen Tierstamm der Weichtiere eine Bühne.
Denn, obwohl sie sich häufig unter Felsen und Sedimenten unserer Aufmerksamkeit entziehen, sind diese Tiere, auch Mollusken genannt, äußerst spannende Organismen. Zu ihnen gehören Muscheln und Schnecken, aber auch Kraken, Kalmare und viele andere formenreiche Tierarten. Viele verfügen über unglaubliche Fähigkeiten und einzigartige Überlebensstrategien. Einige dieser Besonderheiten können wir dank der Weichtierwahl besser verstehen. Die Siegerart gewinnt eine komplette Sequenzierung ihres Genoms!
Damit wir alle auf der Website der Senckenberg Gesellschaft eine informierte Wahlentscheidung treffen können, habe ich uns ein Speeddating mit den fünf Finalistinnen zusammengestellt:
Unsere erste Kandidatin ist die Seychellen-Weißschnecke (Filicaulis seychellensis). Die schneeweiße Nacktschnecke lebt ausschließlich auf einer einzigen Insel. Ein lebendes Archiv der Evolution, das fast für immer verloren gegangen wäre: Vor wenigen Jahren hatte eine invasive Ameisenart sie an den Rand des Aussterbens gebracht. Nun wagt sie ein wackeliges Comeback.
Die zweite Anwärterin für den Pokal ist Lithoredo abatanica. Diese wurmartige Muschelart wurde erst 2019 auf den Philippinen entdeckt. Sie hat einen langgestreckten Körper mit winzigen Schalen am vorderen Ende. Diese benutzt sie wie einen Greifbagger, um sich durch Kalkstein zu fressen. Wie sie diese schwere Kost verdaut, ist unklar. Loriots Steinlaus bekommt Konkurrenz!
Zur Wahl steht auch eine der größten Schnecken der Welt: Triplofusus giganteus, die Große Pferdeschnecke. Ihr Gehäuse kann eine Länge von bis zu 60 Zentimeter erreichen. Die Tiere wiegen bis zu fünf Kilo. Ein beeindruckendes Raubtier, dass mit seinem knallroten, kraftvollen Fuß auch die härteste Muschelschale knackt.
Die winzige Mondmuschel Ephippodonta lunata sieht nicht sonderlich muschelmäßig aus: Die sonst so typischen Schalen sind bei ihr zu halbmondförmigen, sensorischen „Flügeln” umgebaut. Diese bleiben permanent geöffnet und sind mit winzigen Sinnespapillen bedeckt. Wie bei einer Satellitenschüssel nehmen die Tiere so die Umgebung wahr.
Unsere letzte Finalistin ist eine Schnecke, die es in sich hat: Cumia intertexta – die mediterrane Vampirschnecke – ernährt sich von Fischblut. Nachts überfällt sie ihre Opfer und durchbohrt ihre Haut mit ihrer harpunenartigen Raspelzunge. Die dabei abgegebenen Gerinnungshemmer und Anästhetika könnten für die Medizin interessant sein.
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Und jetzt: Alle rasch dem persönlichen Favoriten der „Wahl zum Internationalen Weichtier 2026“ eine Stimme geben. Diese wunderbaren Tiere haben Aufmerksamkeit und Liebe verdient!
