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Fuchs Helmut Kohl sagt Hase Friedrich Merz „Gute Nacht“ - bizarres Video zur Bundestagswahl

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23.09.2021

Man denkt, der Wahlkampf ist fast vorbei, und nichts kann mehr passieren. Doch dann kommt Friedrich Merz ums Eck: mit einem Videoclip aus dem Jahr 1994. Ein Kommentar.

Waren Sie schon einmal im Sauerland? Ich nicht. Daher wusste ich auch nicht, dass Iserlohn mit 92.666 Einwohner:innen die größte Stadt ist, noch vor Lüdenscheid (72.611). Das berühmteste Kind des Sauerlands dürfte Friedrich Merz sein. Der wurde im Jahr 1955 in Brilon (östliches Sauerland) geboren, wo er sich immer noch verwurzelt fühlen dürfte. Schließlich ist er dort Spitzenkandidat der Union für die Bundestagswahl 2021.

Bislang lief es ja nicht ganz so rund bei den Christdemokraten, weshalb der CDU-Mann fürs Grobe das Ruder noch herumreißen will; auf dass Armin Laschet den Kanzlerthron erklimme und Friedrich Merz einen lukrativen Ministerposten verschaffe. Daher hat Merz nun einen alten Wahlkampfclip aus dem Jahr 1994 ausgegraben, in dem Friedrich, zarte 39 Jahre jung, die Union unter Helmut Kohl als die Heilsbringer für Deutschland zu vermarkten suchte. Erfolgreich, wie man mittlerweile weiß.

„Schauen Sie mal, was mein Team und ich heute zum Abschluss des Wahlkampfes im Hochsauerlandkreis online gestellt haben! Leiten Sie das Video auch gerne an Freunde und Bekannte weiter“, heißt es stolz auf Twitter. Danke Herr Merz, allerdings schade, dass dem kleinen Filmchen kein Trigger-Hinweis vorn an gestellt ist. Denn was sich hier offenbart, ist die geballte nationalistische Volkstümmelei in ganz alter Tradition – und dies auch nur scheinbar ironisch gebrochen.

Wenn jemand auf einen Beweis gewartet hat, dass Unionspolitiker:innen keine Ironie können: Hier ist er. „In Bonn sagen die Leute, im........

© Frankfurter Rundschau


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