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Energiewende auf Konzern-Kurs

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23.04.2026

Energiewende auf Konzern-Kurs

Stand: 23.04.2026, 20:41 Uhr

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Katherina Reiche steht der Gasbranche nahe. Kein Wunder, dass sie die Erneuerbaren ausbremst und Stromkunden zur Kasse bittet. Der Kommentar.

Vom „Kopf auf die Füße“ wolle sie die Energiewende stellen, so tönte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vollmundig, als sie ins Amt gekommen war. Vor allem billiger sollte der Umbau vom fossilen auf das erneuerbare System werden, um Haushalte und Industrie zu entlasten. Mit ihren drei Stromgesetzen, die Reiche nun zur Ressortabstimmung ins Kabinett gegeben hat, wird es nun ernst damit. Da passt die Nachricht, wonach die Ministerin eine neue Stromumlage plant, um daraus neue Gaskraftwerke zu finanzieren, natürlich wie die Faust aufs Auge. Fachleute rechnen damit, dass die Kilowattstunde Elektrizität dadurch ein bis 1,5 Cent teurer werden könnte, freilich erst ab 2031, dafür aber nachhaltig. Entlastung buchstabiert sich anders.

Da passt die Nachricht, wonach die Ministerin eine neue Stromumlage plant, um daraus neue Gaskraftwerke zu finanzieren, natürlich wie die Faust aufs Auge. Fachleute rechnen damit, dass die Kilowattstunde Elektrizität dadurch ein bis 1,5 Cent teurer werden könnte, freilich erst ab 2031, dafür aber nachhaltig. Entlastung buchstabiert sich anders.

Es ist keine Frage, dass die erneuerbaren Energien mit Backup-Kraftwerken ergänzt werden müssen, um Zeiten mit wenig Solar- und Windkraft überbrücken zu können. Niemand stellt das infrage. Es geht dabei um die Absicherung gegen die berüchtigte „Dunkelflaute“. Zu Recht gibt es aber Kritik an Ministerin Reiches Konzept, das die Stromnetz-Stabilität vor allem mit teuren Erdgas-Kraftwerken sicherstellen will.

Andere Strategien, etwa die Umnutzung der vorhandenen Biogas-Kraftwerke und das Forcieren von mehr Flexibilität in der Stromnutzung, fallen bei der Ministerin hinten herunter. Jüngst wurde bekannt, dass Reiche sich Pro-Erdgas-Argumente ausgerechnet vom Energie- (und Gas-) Konzern EnBW aufschreiben ließ. Das ist schon peinlich genug. Doch offenbar nicht zu peinlich, um sie genau praktisch eins-zu-eins umzusetzen – mit den entsprechenden Folgen für die Strompreise.

Auch Reiches weitere Stromgesetz-Entwürfe, das neue EEG und das „Netzpaket“, rufen ähnlich viel Kritik hervor. Die Einspeisevergütung für kleine Solaranlagen, bisher ein Booster für die Energiewende, soll komplett wegfallen und der Ausbau von Solar- und Windanlagen in Regionen heruntergebremst werden, wo die Stromnetze für eine Volleinspeisung noch nicht ausreichend ausgebaut sind.

Das empört nicht nur die Erneuerbaren-Branche, die einen Einbruch wie vor 15 Jahren unter der christliberalen Merkel-Regierung befürchtet. Auch der Koalitionspartner SPD in der Merz-Regierung sieht sich düpiert. Reiche versucht, ihre konzern-nahe Agenda durchzupushen, obwohl sie weiß, dass die Sozialdemokraten vehement dagegen sind. Es wird also spannend. Mal sehen, ob die SPD dem Abwracken der Energiewende durch Reiche noch etwas entgegensetzen kann. Zu hoffen ist es.


© Frankfurter Rundschau