Harmonie dank Patriarchat? Wie das „Tradwife“ den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährdet |
Stand: 07.08.2025, 19:03 Uhr
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Das Leben von Tradwives-Influencerinnen sieht nach Romantik und Entschleunigung aus. Doch das Phänomen ist hochpolitisch. Ein Gastbeitrag von Daniela Grunow und Jule Maria Ludowika Hoffmann.
Feminin, häuslich und provokant: Wer auf Instagram oder Tiktok den Begriff „Tradwife“ eingibt, findet unzählige Beiträge mit Millionenreichweite über ein junges Phänomen, das von den einen gefeiert, von den anderen scharf kritisiert wird.
Zuallererst also die Frage: Wer sind Tradwives? Der Begriff ist die Kurzform für „traditional wife“ und beschreibt (meist weiße US-amerikanische) Frauen, die sich in den sozialen Netzwerken als traditionelle Hausfrauen inszenieren, ihre Werte, Weltansicht und Erziehungsmaßnahmen teilen – und mit ihrer perfekten Selbstdarstellung über Klicks und Werbung mitunter auch Geld verdienen.
„Traditionell“ bezieht sich dabei auf das weithin als veraltet geltende Rollenverständnis der 1950er Jahre: Die Frau gehört ins Haus, der Mann verdient das Geld und die Familie (und Gott) steht über allem. Die Videos zeigen feminin gestylte Frauen, manche im 50er-Jahre-Stil, die für ihre Partner und Kinder aufwändig kochen, backen und gärtnern. Der christliche Glaube sowie die Auslegung der Bibel spielen oft eine große Rolle im Selbstverständnis.
Nun könnte man sich fragen: Wo liegt das Problem? Lasst die Frauen doch machen, wenn sie glücklich sind.
Was für Unbeteiligte zunächst romantisch, ästhetisch........