Ist nukleare Teilhabe wirklich alternativlos?
Stand: 11.07.2025, 19:03 Uhr
Von: Daniel Roßbach
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Abrüstung ist ein strategisches Ziel und kein moralischer Luxus - ein Gastbeitrag von der Politikwissenschaftlerin Julia Engels.
Kaum ein Begriff wirkt so schwer wie der der „nuklearen Abschreckung“. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine erlebt dieses Konzept einen neuen Konjunkturaufschwung. In diesem Kontext wird auch die deutsche Beteiligung an der sogenannten „nuklearen Teilhabe“ wieder intensiver diskutiert. Doch ist diese Teilhabe tatsächlich ein sicherheitspolitisches Muss – oder ein Relikt aus der Vergangenheit, das einer friedlichen Zukunft im Weg steht?
Als Politikwissenschaftlerin, die zum Thema nukleare Abschreckung und Friedenssicherung promoviert, beschäftige ich mich mit genau dieser Frage. Die Debatte ist nicht neu – aber sie wird zu oft in überkommenen Denkmustern geführt. Eine nüchterne Analyse zeigt: Sicherheit durch nukleare Abschreckung ist weder selbstverständlich noch risikofrei. Und sie ist keineswegs alternativlos.
Julia Engels ist Politikwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Kriegs- und Friedensforschung und promoviert zur Rolle nuklearer Abschreckung in der internationalen Politik an der RWTH Aachen. Neben wissenschaftlicher........
