FR-üh dran: Parteitag mit Merkel, aber ohne Bier: Hat Merz die CDU noch im Griff? |
FR-üh dran: Parteitag mit Merkel, aber ohne Bier: Hat Merz die CDU noch im Griff?
Stand: 20.02.2026, 06:00 Uhr
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Wenn der Parteichef Bier verbietet, wird es ernst: In Stuttgart trifft sich die CDU zum Parteitag. Für Friedrich Merz wird es zur Bewährungsprobe. Die Lage am Morgen in „FR-üh dran“.
Stuttgart – FR-üh Radar - Das steht heute an: Heute beginnt der 38. Bundesparteitag der CDU in Stuttgart. Im Zentrum der zweitägigen Veranstaltung steht Friedrich Merz. Gegen 11:10 Uhr wird der Bundeskanzler eine Rede vor den Delegierten halten. Ab 15:15 Uhr stellt sich Merz als Parteivorsitzender der Wiederwahl. In „FR-üh dran“ beschäftigen wir uns mit der Krise, in der sich die CDU befindet, und mit welchen Maßnahmen Merz ihr begegnen will.
Wir erklären Ihnen, wie es dazu kam: Die CDU kämpft mit sinkenden Umfragewerten. In der Partei wächst die Unzufriedenheit mit der Führung. Die Merz-Regierung muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass gerade Teile der Wirtschaft mit ihrer Politik unzufrieden sind. Aus der Union melden sich zudem führende Köpfe und äußern vorsichtige Kritik am Kanzler, der sich lieber mit Weltpolitik zu beschäftigen scheint als mit den krisengebeutelten Unternehmen Deutschlands. Parallel knirscht es aufgrund der schlechten Umfragewerte von SPD und Union auch in der Großen Koalition. Die Sozialdemokraten kämpfen um die Stammwählerschaft und setzen Merz mit Forderungen nach einer höheren Reichensteuer zusätzlich unter Druck. In diesem angespannten Klima kündigte dann auch noch Altkanzlerin Angela Merkel überraschend ihre Teilnahme am Parteitag an. Auf dem hat Merz den Alkoholausschank eingeschränkt. Die CDU-Führung begründet das mit dem „ehrgeizigen Programm“, das man sich vorgenommen habe.
Hier erfahren Sie, worum es geht, worauf es ankommt und woran es hängt: Es ist ein Parteitag unter ganz besonderen Vorzeichen. Normalerweise sollte es ein Jubelparteitag für Merz werden. Er brachte die Ampelkoalition zu Fall, führte die CDU zurück in die Regierung und stärkte das konservative Profil seiner Partei, das viele in den Jahren unter Merkel verschwinden sahen. Doch Politik ist ein Geschäft, in dem das Gestern nichts gilt. Merz muss die CDU auf dem Parteitag inhaltlich auf zentrale Weichenstellungen vorbereiten. Das Alkoholverbot während der Antragsberatungen am Freitagabend soll die Delegierten länger im Plenarsaal halten – ein Zeichen dafür, wie nervös die Parteiführung ist. Merkels Anwesenheit tut ihr Übriges. Die ehemalige Kanzlerin und CDU-Vorsitzende wird als Ehrengast in der ersten Reihe sitzen und bis zur Wahl des Parteivorsitzenden im Saal bleiben. Falls Merz dabei ein schlechtes Ergebnis einfährt, tut er das vor den Augen Merkels.
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Mit diesen Argumenten punkten Sie bei der politischen Debatte in der Kaffeeküche: „Merz sitzt fest im Sattel und bleibt konsequent auf Kurs“ - Ob bei der Energie- oder der Schuldenpolitik: Die CDU schwenkt immer mehr um und setzt auf Konzepte von SPD und Grüne, die Merz vor der Bundestagswahl 2025 noch strikt ablehnte. Es ist erfreulich, wenn Konservative dazulernen – konsequent ist es nicht.
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„Merkels Besuch hat keine tiefere Bedeutung für die CDU oder Merz“ - Wer das behauptet, ignoriert die große Bedeutung kleiner Symbole in der Politik. Merz hatte sich bereits vor seinem Aufstieg an die Spitze der CDU als wertekonservative Alternative zu Merkel positioniert. Mit einer Rückbesinnung auf traditionelle Überzeugungen wollte der neue CDU-Chef die angeblich durch Merkels Linksruck an die AfD verlorene Wählerschaft zurückholen. Die bleibt der CDU aber immer noch fern. Dafür kehrt auf dem Parteitag plötzlich Merkel zurück.
Lesen Sie hier schon heute, was als nächstes passieren wird: Der CDU-Parteitag läuft bis Samstag, den 21. Februar. Für Merz ist aber der heutige Freitag der entscheidende: Erst muss der Parteichef mit seiner Rede vor den Delegierten überzeugen. Dann braucht er bei der Abstimmung über den Parteivorsitz ein gutes Ergebnis, um schlechte Presse zu vermeiden.
FR-üh dran – die Lage am Morgen
„FR-üh dran - die Lage am Morgen“ informiert Sie jeden Morgen über den wichtigsten Termin des Tages. Wir fassen zusammen, was ansteht, wie es dazu kam und was daraus folgt. Außerdem rüsten wir Sie als FR-Leser:in mit Argumenten für die politische Debatte in der Kaffeeküche, am Mittagstisch und auf dem Schulhof.
Auf unserer Themenseite finden Sie alle Ausgaben von „FR-üh dran - die Lage am Morgen“ in der Übersicht und noch mehr gute Gründe, warum „FR-üh dran“ zu Ihrem täglichen Morgenritual werden sollte.
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Die Abstimmungen bei CDU-Parteitagen sind in der Regel alles andere als spannend. Die Kandidatinnen und Kandidaten erfreuen sich meist an Ergebnissen jenseits der 90 Prozent. Ganz anders war das aber im Jahr 2018, als Annegret Kramp-Karrenbauer mit gerade mal 67 Prozent zur Parteichefin gewählt wurde. Mit dabei waren damals schon Merz und Merkel. Die Kanzlerin hatte ihr Karriereende verkündet, die CDU suchte eine Nachfolge, die Merz wiederum antreten wollte. Die Partei aber folgte der Empfehlung ihrer scheidenden Vorsitzenden und wählte statt Merz und dem ebenfalls angetretenen Jens Spahn, heute Merz-Vertrauter und Fraktionsvorsitzender, AKK zur Chefin.