Sipri-Bericht: Unrühmlicher Höchststand
Sipri-Bericht: Unrühmlicher Höchststand
Stand: 27.04.2026, 16:45 Uhr
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Die Welt gibt so viel Geld für Militär aus wie nie zuvor. Antreiber sind die europäischen Nato-Staaten, nicht Amerika.
Die Welt rüstet weiter auf, aber die Dynamik verschiebt sich. 2025 sind die globalen Militärausgaben nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri zum elften Mal in Folge gestiegen und haben mit rund 2,89 Billionen Dollar einen Höchststand erreicht. Inflationsbereinigt entspricht das einem Plus von 2,9 Prozent. Doch dahinter steckt ein Wandel: Während die USA weniger ausgeben, wird Europa zum wichtigsten Treiber der globalen Aufrüstung.
Die Vereinigten Staaten reduzierten ihre Militärausgaben auf 954 Milliarden Dollar – ein Rückgang um 7,5 Prozent. Ein Grund ist, dass unter US-Präsident Donald Trump 2025 keine neuen Ukraine-Hilfen bewilligt wurden. Das bremste den globalen Anstieg: Im Jahr zuvor hatte das Plus noch bei 9,7 Prozent gelegen. Gleichzeitig investieren die USA weiter massiv in ihre militärische Stärke, insbesondere mit Blick auf China und den indopazifischen Raum. Was die Europäer lange befürchtet haben, wird wahr: Die USA verschieben ihre Prioritäten – und alte Bündnisse zählen unter Trump nur noch bedingt.
Europa reagiert auf die Entwicklung und ist der wichtigste Treiber des weltweiten Anstiegs der Militärausgaben im vergangenen Jahr, die dort um 14 Prozent auf 864 Milliarden Dollar zulegten. Die Aufrüstung europäischer Nato-Staaten führte zur stärksten Steigerung der Ausgaben in Mittel- und Westeuropa seit dem Kalten Krieg. Das ist leider alternativlos: Europa muss endlich unabhängiger von den USA werden, auf die unter Trump kaum noch Verlass ist.
Die nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 ausgerufene „Zeitenwende“ wird inzwischen auch finanziell unterfüttert. Das ist überfällig, zu lange war die Bundeswehr unterfinanziert. Im vergangenen Jahr stiegen die deutschen Militärausgaben um 24 Prozent auf 114 Milliarden Dollar – unter den 29 europäischen Nato-Staaten ist das der höchste Wert. Die deutschen Verteidigungsausgaben übertrafen erstmals seit 1990 das Zwei-Prozent-Ziel der Nato.
Russland und die Ukraine gaben gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) so viel für Militär aus wie nie zuvor: Moskau wandte 190 Milliarden Dollar auf, was 7,5 Prozent des BIP entsprach. Kiew investierte 84,1 Milliarden Dollar – 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und fast zwei Drittel aller Staatsausgaben. Dass die Ukraine sich trotz der schwierigen Lage weiter gegen die russischen Angriffe wehren kann, ist auch den Europäern zu verdanken: In einem Kraftakt haben sie den Wegfall der US-Unterstützung in weiten Teilen ausgeglichen, wie Daten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft zeigen. Auch hier wird die Emanzipation von den Amerikanern deutlich.
Im Nahen Osten herrschen gleich mehrere Kriege und Konflikte. Dort blieb das Ausgabenniveau 2025 dennoch mit rund 218 Milliarden Dollar nahezu stabil. Während Israel seine Ausgaben nach einer Phase geringerer Kampfintensität im Gaza-Krieg etwas senkte, erhöhten andere Staaten der Region ihre Budgets. Die Ausgaben im Iran gingen wegen wirtschaftlicher Probleme um 5,6 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar zurück.
Die globalen Militärausgaben konzentrieren sich auf wenige Staaten: Allein die fünf größten – USA, China, Russland, Deutschland und Indien – vereinen 58 Prozent auf sich. Innerhalb eines Jahrzehnts legten die weltweiten Ausgaben fast um die Hälfte zu – Tendenz steigend. Viele Staaten bereiten sich wohl schon auf künftige Konflikte vor.
