Trumps Krieg gegen den Iran: Folgen der Planlosigkeit

Trumps Krieg gegen den Iran: Folgen der Planlosigkeit

Stand: 15.03.2026, 16:56 Uhr

Von: Andreas Schwarzkopf

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Trumps Ruf nach Beistand beim Schutz der Straße von Hormus zeigt, wie ideenlos er ist.

Es wäre sehr verwunderlich, wenn allzu viele Staaten der Forderung von US-Präsident Donald Trump nachkämen und Kriegsschiffe in die Straße von Hormus schicken würden, um Öltankern einen Geleitschutz zu geben. Für einige mögliche Kandidaten ist es schlicht zu weit weg, um schnell eingreifen zu können. Und es bleibt unklar, wie sehr sie dann mit den US-Einheiten zusammenarbeiten würden oder gar unter deren Kommando stünden. Ohnehin kann man nicht sicher sein, ob sich Trump an seine Bemerkung erinnert. Eine derartige Kooperation muss zudem lange vorbereitet werden und erfordert viele Absprachen, wie die US-geführten Kriege und Einsätze in Afghanistan oder im Irak belegen. Die Trump-Regierung zeigt also eher erneut, wie planlos sie ist.

Diesen Eindruck verstärkt der US-Präsident mit seiner Drohung, einfach „aus Spaß“ erneut die iranische Insel Charg angreifen zu lassen. Derartige Attacken kündigt ein Befehlshaber nicht an, er lässt sie ausführen. All das belegt erneut, dass Trump ein Plan fehlt im Krieg gegen das Mullah-Regime, von dem er wohl glaubte, es mit den Angriffen mal eben wegbomben zu können.

All das dürfte nicht einmal eingefleischte Trump-Fans erfreuen, die sich die Augen reiben dürften. Schließlich haben sie jemanden gewählt, der die USA aus Konflikten heraushalten wollte. Stattdessen gibt es Auseinandersetzungen mit Venezuela, Kuba und dem Iran. Und anderen Ländern haben die USA einen Zollstreit aufgezwungen. Und den Ukraine-Krieg hat der Narzisst im Weißen Haus auch über ein Jahr nach seinem zweiten Amtsantritt nicht beendet.

Vielleicht strafen sie ihn und die Republikaner ja bei den Midterms im November ab. Womöglich erkennen sie, dass Trump in seinem Zorn nur Bestehendes zerstören, aber nichts aufbauen kann, was die Position der USA oder das Leben der Amerikanerinnen und Amerikaner verbessert.

Unwesentlich klarer agiert die israelische Regierung von Benjamin Netanjahu im Krieg gegen den Iran. Sie will den militärischen Konflikt noch drei weitere Wochen führen. Und den gegen die Hisbollah wohl gleich mit. Netanjahu zielt allerdings nur darauf ab, die Gegner seines Landes zu schwächen. Auch er scheint keinen Plan zu haben, wie er die Konflikte beenden will.

Sie scheinen ihm aber sein Amt zu sichern. Die Zustimmung zu dem Vorgehen gegen den Iran ist hoch. Kaum noch jemand spricht in Israel davon, Netanjahu zur Verantwortung zu ziehen für die Verfehlungen vor dem verheerenden Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023. Und international sind der Ausbau der illegalen Siedlungen von israelischen Siedlern im Westjordanland oder die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen kaum noch Thema.

Die Menschen im Iran müssen also weiter nicht nur Angriffe aus der Luft fürchten, sondern auch die zunehmenden Repressionen des Mullah-Regimes ertragen. Denn noch sind die Ajatollahs zu stark und die Opposition nach Jahren der Verfolgung zu schwach. Außerdem fehlt ihnen eine Vision für das Land.

Auch die Golfstaaten müssen noch eine Weile die militärischen Attacken Irans ertragen, mit denen Teheran die Kosten des Krieges in die Höhe treibt. Und nicht erst die Absagen einiger Sportereignisse wie der Formel 1-Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien beschädigen das Geschäftsmodell der Golfstaaten.

Nimmt man die weltweit steigenden Energiekosten hinzu, gibt es Gründe, den Krieg gegen den Iran zu beenden. Davon will aber weder Trump noch Netanjahu etwas wissen.


© Frankfurter Rundschau