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Trumps Embargo treibt Kuba in die Krise – doch ein Plan fehlt

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17.03.2026

Trumps Embargo treibt Kuba in die Krise – doch ein Plan fehlt

Stand: 17.03.2026, 17:58 Uhr

Von: Andreas Schwarzkopf

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Das Öl-Embargo bringt Kubas Wirtschaft an den Rand des Zusammenbruchs. Doch was nach einem Regimesturz kommen soll, bleibt völlig unklar. Der Leitartikel.

Es war eine Frage der Zeit, wann US-Präsident Donald Trump von einem für ihn weniger erfreulichen Thema wie dem Krieg gegen den Iran ablenkt und mit seinen unangemessenen Worten über Kuba zu einem anderen zu springen versucht. Es wäre auch nicht so schlimm, wenn der Egomane wie so oft zuvor lediglich die Schlagzeilen bestimmen will und mit dem Schweinsgalopp durch die politische Agenda die Öffentlichkeit zu überfordern versucht, damit sich kaum noch jemand wehrt. Doch im Falle Kubas ist es dramatisch, weil Trumps Regierung vor allem mit dem Öl-Embargo eine ohnehin marode Wirtschaft an den Rand des Zusammenbruchs gebracht hat. Doch die drohende humanitäre Katastrophe schert die Trump-Regierung und ihre Fans genauso wenig wie das Völkerrecht.

Ihnen reicht es auch nicht, dass die kubanische Regierung im Grunde bereits zu Kreuze gekrochen ist. Anders lassen sich die kubanische Bereitschaft zu Gesprächen mit dem Klassenfeind und dem Bruch des Tabus, ausländische Investitionen auf der Insel zuzulassen, nicht interpretieren.

Trumps MAGA-Bewegung trachtet nach dem Bösen – auch in Kuba

Es entsteht erneut der Eindruck, dass Trump und seine MAGA-Bewegung ein Teil von jener Kraft sind, die stets das Böse will, aber nicht in der Lage ist, das Gute zu schaffen. Denn erneut bleibt, wie bereits im US-Vorgehen gegen Venezuelas und Iran, unklar, was der zerstörerischen Phase folgen soll.

Einige Kubanerinnen und Kubaner begehren zwar auf und demonstrieren ein wenig gegen die Herrschenden in Havanna. Doch sie stürzen das Regime nicht und sehnen auch offensichtlich keine US-Herrschaft herbei. Die international nahezu isolierte Einparteiendiktatur ist zwar geschwächt durch Misswirtschaft, fehlgeschlagene Reformen und ein jahrzehntelanges Handelsembargo. Doch in der kommunistischen Republik gibt es wegen der Repressionen so gut wie keine politische Opposition.

Obendrein fehlt eine Zukunftsvision, die auch die Trump-Regierung nicht liefert. Das Ergebnis ist eine Regierung, die fester im Sattel sitzt als manche denken.

Welchen langfristigen Kuba-Plan verfolgt Trump überhaupt?

Trumps Forderung nach dem Rücktritt des kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel mag dem Narzissten im Weißen Haus die Genugtuung verschaffen, einen weiteren Regierungschef beseitigen zu können. Doch hilft das weder den Kubanerinnen und Kubanern, noch wird damit beantwortet, wie es mit dem Inselstaat weitergehen soll.

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Soll das kommunistische Land in eine Demokratie umgewandelt werden? Soll Kuba wieder aufgebaut werden? Und wenn ja, mit welchen politischen Kräften sollen diese Ziele erreicht werden? Wer soll das finanzieren, wer davon profitieren? Doch mit diesen Fragen scheinen sich die schlichten Gemüter der Trump-Regierung noch nicht einmal zu beschäftigen. Ein paar Phrasen und einige wenige martialische Worte sind kein Ersatz für ein fehlendes politisches Konzept. Es fehlt einem auch die Fantasie, wie durch diese Politik Amerika größer werden soll.

Freuen dürften sich mal wieder der russische Präsident Wladimir Putin und der chinesische Regierungschef Xi Jinping über das autoritäre Vorgehen Trumps. Putin muss die US-Regierung nicht fürchten. Und glaubhaft kann sich Washington Xis Plänen für eine mögliche Übernahme Taiwans nicht entgegenstellen.

Die Europäer werden Kuba auch nicht unterstützen. Zum einen wollen sie es sich nicht mit Trump verscherzen. Zum anderen haben sie mit ihren anderen Krisen wie in der Ukraine genug zu tun.


© Frankfurter Rundschau