Trump verspricht Versöhnung nach den Schüssen – doch zwei Dinge sprechen dagegen |
Trump verspricht Versöhnung nach den Schüssen – doch zwei Dinge sprechen dagegen
Stand: 27.04.2026, 10:53 Uhr
Von: Andreas Schwarzkopf
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Nach dem vereitelten Anschlagsversuch appelliert Trump an den Zusammenhalt. Doch seine jahrelange Spaltungspolitik macht Versöhnung unglaubwürdig.
Wieder einmal erschüttert eine politische Gewalttat die USA. Die Erleichterung ist groß, dass Sicherheitsleute ein Blutbad verhindert haben. Ungewohnt ist, dass US-Präsident Donald Trump sich dieses Mal zurückhält, nicht spekuliert oder seine politischen Gegner attackiert, so wie nach dem Mordanschlag auf den rechten Influencer und Trump-Vertrauten Charlie Kirk im September 2025.
Vielmehr streicht er den Zusammenhalt heraus, der im Saal geherrscht habe. Das ist dem Anlass zwar angemessen und die gespaltenen Staaten von Amerika benötigen mehr davon. Doch wäre es verwunderlich, wenn der Narzisst im Weißen Haus seine politische Rhetorik nach all den Jahren ändern würde.
In denen hat er kein gutes Haar an den Demokraten gelassen, demokratische Institutionen verächtlich gemacht und mit seinen rassistischen und frauenfeindlichen Sprüchen für viel böses Blut gesorgt. Das rechtfertigt zwar keine Gewalttat gegen Politikerinnen und Politiker. Doch heizt es das politische Klima auf.
Doch statt über derlei zu sprechen, dürfte nun vor allem die Frage im Mittelpunkt der Debatten stehen, wie trotz des immensen Aufgebots von Sicherheitsleuten der Attentäter so nah an die politische und journalistische Elite des Landes kommen konnte. Das zielt lediglich darauf ab, derartige Zusammenkünfte noch sicherer zu machen.
USA müssen ernsthaft gegen Schusswaffenepidemie vorgehen
Das ist nicht falsch. Zielführender wäre es allerdings, ernsthaft gegen die Schusswaffenepidemie vorzugehen. Regelmäßig erschüttern Amokläufe mit vielen Toten die Vereinigten Staaten. Durch Waffen kommen jedes Jahr mehr Kinder und Jugendliche ums Leben als durch den Straßenverkehr. Im vergangenen Jahr starben fast 15.000 Menschen durch Pistolen oder andere Waffen.
Der Trend ist zwar seit zehn Jahren rückläufig. Doch die Zahl macht die USA diesbezüglich zu den gefährlichsten Staaten der Erde. Doch die Trump-Administration hat sich bislang nicht besonders um dieses Problem gekümmert und verteidigt auch lieber wortreich die laxen Waffengesetze. Auch die hohe Zahl von einsamen Attentätern steht nicht im Fokus der Trump-Regierung. Die sogenannten Lonesome Wolves sind aber verantwortlich für viele Gewalttaten mit noch mehr Opfern.
Natürlich kann niemand der Trump-Administration alleine die Schuld dafür geben. Auch den Vorgängerregierungen ist es nicht gelungen, diese Entwicklungen zu stoppen. Doch Demokraten setzen sich zumindest dafür ein, Waffengesetze zu verschärfen.
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Das vereitelte Attentat könnte also Anlass dafür sein innezuhalten. Es gibt genügend Gründe, Trump beim Wort zu nehmen und die Differenzen tatsächlich friedlich zu lösen. Doch dem steht nicht nur die Rhetorik des US-Präsidenten entgegen. Zu groß ist zudem die Kluft zwischen Trumps Republikanern und den Demokraten. Sie können sich bei fast keinem Thema mehr einigen. Gelingt es ihnen dennoch, dann nur nach einem langen und erbitterten Streit.
Ferner ist das Land inzwischen stark polarisiert. Die Wählergruppen der beiden Parteien haben sich in den vergangenen Jahren so weit voneinander entfernt, dass sie nahezu keine politischen Gemeinsamkeiten mehr haben. Das zu verändern, ist eine Generationenaufgabe. Dafür müssen sowohl die zerstrittenen Parteien als auch die entzweite Bevölkerung aufeinander zugehen, um einen gemeinsamen Grund zu finden.