Eine vorgetäuschte Wahl |
Mit einem kontrollierten Urnengang will sich das südostasiatische Militärregime Legitimation verschaffen. Die Welt sollte diese Farce nicht anerkennen.
In einer Welt, in der die Zahl autokratischer Herrschaftssysteme zunimmt, erschien das südostasiatische Land Myanmar für eine Zeit lang als willkommenes Gegenbeispiel. Die herrschenden Generäle hatten vor etwa fünfzehn Jahren ihre Uniformen abgelegt und aus eigenem Antrieb einen Reform- und Öffnungsprozess in Gang gesetzt. Westliche Politiker kamen nach Myanmar, um sich im Glanz der politischen Transformation zu sonnen.
Doch Myanmars Demokratieexperiment endete jäh mit der Machtübernahme des Militärs vor fast fünf Jahren. Besonders Myanmars sogenannte Generation Z, der die neuen Freiheiten lieb und teuer geworden waren, lehnte sich gegen den Putsch auf. Ihre Proteste wurden blutig niedergeschlagen. Mehr als siebentausend Menschen wurden getötet, mehr als 30.000 landeten im Gefängnis.
Viele dieser Generation, die etwa zwischen 1997 und 2012 geboren wurden, schlossen sich zu bewaffneten Gruppen zusammen und verbündeten sich mit den Armeen ethnischer Rebellen. Es tobt seither ein brutaler Bürgerkrieg, der ebenfalls Tausende Menschen das Leben gekostet hat. Das Militär versucht, den Widerstand zu........