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So spät dran sind die Kirchen nicht

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31.03.2026

Frauen in Spitzenämtern : So spät dran sind die Kirchen nicht

Die neue Erzbischöfin von Canterbury ist die erste Frau an der Spitze einer großen globalen Religionsgemeinschaft. Wer das reichlich spät findet, macht es sich zu einfach.

Der 25. März 2026 markiert eine Zäsur in der Geschlechtergeschichte. An diesem Tag wurde eine besonders hartnäckig verteidigte Männerbastion weiblicher: Zum ersten Mal in der Geschichte trat eine Frau an die Spitze einer globalen Religionsgemeinschaft. Sie heißt Sarah Mullally und wurde am vergangenen Mittwoch offiziell als Erzbischöfin von Canterbury eingeführt.

Die verheiratete Mutter zweier Kinder ist damit nicht nur das geistliche Oberhaupt der Church of England, sondern auch das Ehrenoberhaupt der Anglikanischen Gemeinschaft. Der Vorsitz dieses weltweiten Zusammenschlusses anglikanischer Kirchen mit insgesamt etwa achtzig Millionen Mitgliedern ist zwar rein repräsentativer Natur. Aber das Amt katapultiert Mullally in eine Liga mit Papst Leo XIV. und dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., dem Ehrenoberhaupt der orthodoxen Kirchen.

Das dürfte nicht ohne Einfluss bleiben auf die Debatte über die Rolle der Frau in der katholischen Kirche. Denn die anglikanische Kirche steht ihr aufgrund ihrer Liturgie näher als die evangelischen Kirchen. So war es die........

© Frankfurter Allgemeine