Orbán ist ein Ärgernis, aber über ihn entscheiden Ungarns Wähler |
Dienste für Putin : Orbán ist ein Ärgernis, aber über ihn entscheiden Ungarns Wähler
Wie tief Orbán vor Putin buckelt, illustrieren neue Enthüllungen. Aber Geheimdienstmethoden vor der Wahl nützen nicht viel. Vielleicht schaden sie sogar.
Auch wenn man unterschiedlicher Meinung sei, sogar in strategischen Fragen, müssten die Partner der Europäischen Union nach außen geeint und solidarisch auftreten: Das hat der französische Außenminister Barrot dem ungarischen Ministerpräsidenten Orbán am Donnerstag öffentlich ins Stammbuch geschrieben. „Sonst werden wir zu Vasallen, zu Spielbällen der Großmächte“.
Wo er recht hat, hat er recht. Schon lange waren Orbáns Hilfsdienste für Russlands Machthaber Putin, auf die sich Barrot bezieht, ein gewaltiges Ärgernis. Sie haben die EU behindert, der russischen Aggression gegen die Ukraine (mit offenem Krieg), aber auch gegen Partner in der EU und der NATO (noch nur „hybrid“) mit der gebotenen Konsequenz entgegenzutreten.
Nicht zufällig vor den Wahlen durchgestochen
Wobei zur Wahrheit auch gehört: Das lag nicht nur an Orbán. Da gab es auch mal Halbherzigkeiten in Berlin, in Brüssel und sogar in Paris.
Wie tief Orbán vor Putin buckelt, illustrieren nun Enthüllungen, die offensichtlich aus geheimdienstlichen europäischen Quellen stammen. Sie sind natürlich nicht zufällig kurz vor der Parlamentswahl in Ungarn durchgestochen worden.
Vorwurf gegen OrbánWie Moskau im ungarischen Wahlkampf mitmischt
Ungarns Nähe zu MoskauUnd Orbán versprach Putin: Ich bin Dir zu Diensten
Vance in UngarnOrbán bekommt Hilfe aus Washington
Das gibt der Sache einen unangenehmen Beigeschmack. Sosehr man mancherorts den Tag herbeisehnt, an dem Orbán aus der Regierung vertrieben wird: Das muss man den ungarischen Wählern überlassen. Zumal solche Geheimdienstgeschichten wahrscheinlich nicht viel nützen; vielleicht schaden sie sogar.
Stephan LöwensteinVerantwortlicher Redakteur für „Die Gegenwart“.
Verantwortlicher Redakteur für „Die Gegenwart“.
Teheran wirft den USA Verstöße gegen die Vereinbarung vor – ist aber uneins, wie es reagieren soll. Lässt das Regime seinen engsten Verbündeten, die Hizbullah, im Regen stehen?
Bundesregierung nimmt Gespräche mit Iran wieder auf +++ Rutte sieht Forderungen der USA an die NATO erfüllt +++ Starmer will enger mit den Golfstaaten kooperieren +++ alle Entwicklungen im Liveblog
Merz: Vorstellungen von Klingbeil und Reiche liegen auseinander +++ Rheinland-Pfalz: CDU und SPD starten Koalitionsverhandlungen +++ Bundesregierung weist Vance-Vorwurf zur Einmischung in Ungarn zurück +++ alle Entwicklungen im Liveblog