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Eine Chance für die Ukraine

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26.07.2026

Personalwechsel in Kiew : Eine Chance für die Ukraine

Die Personalwechsel hat Selenskyj nicht angestoßen, er wurde dazu getrieben. Schon das zeigt den Unterschied zu Moskau. Jetzt kann er sie zum Vorteil des Landes nutzen.

Die jüngsten politischen Ereignisse in der Ukraine haben wachen Beobachtern vor Augen geführt, wie groß der Unterschied zu Russland ist. Wer in Moskau gegen eine Entscheidung Putins auf die Straße geht oder im Internet (sofern es angeschaltet ist) Maßnahmen des Regimes kritisiert, wird festgenommen, mit Geldstrafe belegt oder ins Lager gesteckt. In der Ukraine dagegen äußern die Menschen ihren Protest in den sozialen Netzwerken, sie versammeln sich zu Demonstrationen, und sie haben nun schon zum zweiten Mal binnen eines Jahres ihren Präsidenten dazu gebracht, seine Politik maßgeblich zu korrigieren.

Im vergangenen Sommer war es Wolodymyr Selenskyjs unverfrorener Versuch, Antikorruptionsermittler an die Leine zu legen, den die Ukrainer ihm nicht durchgehen ließen. Diesmal erzwangen sie eine Korrektur der Personalpolitik des Präsidenten. Der tauschte auf massiven öffentlichen Protest hin den beim Volk unbeliebten Oberbefehlshaber Olexandr Syrskyj aus. Nichts dergleichen hätte Selenskyj tun müssen. Mit dem Kriegsrecht hätte er Demonstrationen verbieten, Protestler verhaften lassen und bei seinen Entscheidungen........

© Frankfurter Allgemeine