Angriff auf das Gerüst der Demokratie

Der Staat darf auf keinem Auge blind sein. Die Politik in Bund und Land muss Präsenz, Schlagkraft, Übersicht und Ausdauer zeigen. Nicht nur auf dem Tennisplatz.

Verwirrend. So wird nun die Lage beschrieben, da sich doch tatsächlich schon mehrere „Vulkangruppen“ zu dem Anschlag auf die Energieversorgung in Berlin geäußert haben. Da bangen offenbar alte Veteranen um ihr Vermächtnis, reklamieren Markenschutz und wollen das neue Verbrechen nicht auf ihre Kappe nehmen.

Doch verwirrend im Sinne von verstörend ist vor allem, dass dieser Ungeist, wie auch immer er sich formiert und nennt, so lange schon ungestraft sein Unwesen treiben kann. Denn klar scheint auch, dass alle Gruppen und Schreiben ein gemeinsames ideologisches Fundament eint. Denn was soll man davon halten, wenn sich die vermeintlich alten Kämpen nur „antimilitaristisch“ gerieren? Die Infrastruktur galt demnach als Symbol und Träger militärischer Gewalt.

Doch erwachsene Menschen im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte wissen natürlich, dass sie vor allem die zivile Bevölkerung treffen, wenn sie Kabelschächte anzünden, wie schon damals geschehen. Von solchen Zusammenhängen kann man sich schlicht nicht distanzieren.

Seit jeher ist es das Ziel von Terror, Schrecken zu verbreiten und den Staat zu überzogenen Reaktionen zu reizen. Der vermeintlich symbolische Protest, der Sachen zerstört........

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