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2026 sind gute Nachrichten nüchtern

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01.01.2026

Nüchternheit ist das Gebot der Stunde. Es gibt viele Missstände. Aber noch mehr Gutes.

Wer kennt es nicht, das Gejammer über all die schlechten Nachrichten? Mancher will deshalb kaum noch Informationen über das Weltgeschehen konsumieren. Alles schlimm?

Ja, aber das war schon immer so. Noch jede Generation glaubte, in besonders unruhigen Zeiten zu leben, wo doch früher die Lage ganz überschaubar gewesen sei. Auch wenn die Welt sich immer schneller drehen sollte, so ist doch eines nicht neu: Das Außergewöhnliche interessiert mehr als das Gewöhnliche. Die Abweichung erscheint spannender als das vermeintlich Normale, der Bruch erregt mehr Aufmerksamkeit als Konformität.

Auch wenn die alte Welt, alte Gewissheiten und Bündnisse auseinanderzufallen scheinen, so sind umso mehr eine nüchterne Beurteilung der Lage und kühles Handeln gefragt. Schon deshalb, weil zu einer herausfordernden Situation der alte Wunsch nach Aufmerksamkeit kommt. Für Dauer-Wahlkämpfer und manche mediale Verstärker ist das lebenswichtig.

So entsteht mitunter der Eindruck, Krawall sei schon das Wesen von Politik. Der Inhalt bleibt auf der Strecke. Das hat seinen Preis. Wenn das Abnorme, das Unsachliche zur Norm wird, wenden sich viele ganz ab. Und stumpfen ab. Genau das ist das Ziel der Strategie, die Trump-Berater früh ausgegeben hatten, sehr viel Müll zu erzählen, den Kanal zu fluten. Offenbar ein erfolgreicher........

© Frankfurter Allgemeine