Machtwechsel ohne Regisseur

Reiner Haseloff hat bei seinem Abschied Fehler gemacht. Sein vorzeitiger Abgang und die Übergabe an Sven Schulze haben aber auch Vorteile.

Nun soll in Sachsen-Anhalt also doch geschehen, was zuvor energisch ausgeschlossen wurde: Knapp acht Monate vor der Landtagswahl am 6. September will die CDU ihren Ministerpräsidenten Reiner Haseloff gegen ihren Spitzenkandidaten Sven Schulze austauschen.

Bei der Ankündigung seines Rückzugs im August hatte Haseloff noch unter Verweis auf sein „Demokratieverständnis“ erklärt, dass er wie versprochen bis zum Ende der Legislaturperiode weiterregieren werde. Und auch Schulze hatte beteuert, dass er „nicht zwischendurch irgendwie reingeschoben“ werden wolle, denn das seien „politische Spielchen“.

Seither ist die Nervosität in der Union jedoch noch einmal merklich gestiegen. Die AfD steht in Umfragen mittlerweile bei knapp vierzig Prozent. Die Werte der CDU sackten hingegen deutlich unter die Marke von dreißig Prozent, nachdem der 71 Jahre alte Haseloff sich gegen eine abermalige Kandidatur entschieden hatte.

Diese Entwicklung der Zustimmungswerte war absehbar, denn seinem Wirtschaftsminister Schulze mangelt es noch immer an........

© Frankfurter Allgemeine