Der brutale Abstieg der Labour-Partei

Britische Regierungskrise : Der brutale Abstieg der Labour-Partei

Die Regierung Starmer hat eine nationale Erneuerung und mehr Wirtschaftswachstum versprochen – und versagt. Nun hängt Starmers Schicksal in der Schwebe. Nigel Farage hat leichtes Spiel.

Wenn die Herde sich in Bewegung setzt, dann ist sie nicht mehr zu stoppen. So formulierte es Boris Johnson, als er vor vier Jahren als britischer Premierminister von den eigenen Parlamentariern gestürzt wurde. Wird es Keir Starmer ebenso ergehen? Nach den desaströsen Labour-Wahlergebnissen in den Kommunalwahlen wollte er ein Aufbruchszeichen setzen. Sein Auftritt am Montag hat aber nicht überzeugt. Zu wenig, zu spät, zu schwach. Starmers Rede bestätigte, was man über ihn weiß: Er besitzt das Charisma eines Aktenordners, und es fehlt ihm eine überzeugende Vision für das Land, die Hoffnung weckt.

Als Beispiel für Politik, die das Land stärker mache, präsentierte er ausgerechnet die Verstaatlichung eines notleidenden Stahlwerks von British Steel in Scunthorpe. Zweitens nannte er eine Verbesserung der Beziehungen mit der EU, aber Neues hatte er nicht zu bieten. Die roten Linien (Zollunion, Binnenmarkt) bleiben. Das war kein Aufbruchsignal, die Rede verpuffte. Seitdem melden sich immer mehr Labour-Abgeordnete, die seinen Rücktritt fordern. Auch im Kabinett brodelt es. Starmer will in der Downing Street bleiben, doch die Zweifel wachsen, ob er dem Druck noch lange........

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