Investition in die Leselust
Hugendubel baut um : Investition in die Leselust
Die Umsätze im Buchhandel gehen zurück. Dass die Buchhandelskette Hugendubel ihre angestaubte Frankfurter Vorzeigefiliale auf Vordermann bringt, ist folgerichtig.
In den nächsten Wochen wird es ungemütlich am Steinweg in Frankfurt. Bei laufendem Betrieb wird die Buchhandlung Hugendubel, die hier vor gut 35 Jahren ihre Türen geöffnet hat, vom Kopf auf die Füße gestellt. Unter anderem erhält die Verkaufsfläche von 3000 Quadratmetern einen neuen Bodenbelag. Sortimente werden neu angeordnet, und die bei Kunden beliebten Sitzinseln werden modernisiert.
Die Sanierung ist ein richtiger und wichtiger Schritt, der ohnehin anstand. Die Inneneinrichtung, die zuletzt 2005 im großen Stil angefasst wurde, ist in die Jahre gekommen. Eine regelmäßige Revitalisierung von Flächen ist im stationären Einzelhandel Tagesgeschäft. Die Zyklen werden immer kürzer. Gleichwohl dürfte die Tatsache, dass die Buchhandelskette Thalia Ende des Jahres eine 2500 Quadratmeter große Filiale an der Hauptwache eröffnet und damit nur einen Sprung weit von Hugendubel entfernt, das Vorhaben beschleunigt haben.
Weniger Lesekompetenz und Leselust
Dem deutschen Buchhandel ging es schon einmal besser. Die Zahl der verkauften Bücher wird immer kleiner, die Umsätze im stationären Geschäft sanken im vergangenen Jahr um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr, und das Minus wäre noch gravierender ausgefallen, wenn die Buchverkaufspreise nicht angezogen hätten. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels beklagt die schwindende Lesekompetenz und Leselust. Ein Lichtblick in der Krise ist die sogenannte New-Adult-Literatur, also Bücher für eine junge Generation; es ist das einzige Segment im Buchhandel, das noch wirklich wächst.
Grundsätzlich aber bleibt der Markt herausfordernd. Für Buchhändler, die in Deutschland immerhin das Privileg der Buchpreisbindung genießen, gilt wie für die stationären Einzelhändler insgesamt: Sie müssen sich deutlich mehr anstrengen als früher, um etwas zu verkaufen.
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Hugendubel war zuletzt in der komfortablen Situation, in der Frankfurter Innenstadt der Platzhirsch zu sein. Die Buchhandlung Carolus ist schon lange Geschichte, auch Spezialisten wie Zweitausendeins und Landkarten Schwarz haben aufgegeben. Neben der familiengeführten „Buchhandlung an der Paulskirche“ und der Kunstbuchhandlung Walther König an der Kleinmarkthalle gibt es kein Angebot mehr.
Von daher kann der Buchmarkt in Frankfurt einen zweiten großen Spieler – die Kette Thalia ist mit rund 570 Filialen deutlich größer als Hugendubel mit rund 100 – verkraften. Und Hugendubel tut gut daran, wie angekündigt, weitere Sitzmöglichkeiten zu schaffen, Plätze, an denen sich Kunden in Ruhe Romane und Reiseführer anschauen können. Es sind solche Angebote, derentwegen Hugendubel trotz seiner Größe als familiäre Buchhandlung wahrgenommen wird. Und es ist der Grund, warum Leser noch ins Buchgeschäft gehen und nicht bei Amazon einkaufen.
Petra KirchhoffRedakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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