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Weltstadtwelle

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30.12.2025

Ist den Münchnern mit ihrer Eisbachwelle auch der Verstand abhandengekommen? Eine Bürgermeisterin ärgert sich über einen Feuerwehreinsatz. Und eine Zeitung verkauft Leichtsinn als Liberalität.

Da kann man nur den Kopf schütteln. Was heutzutage in der Zeitung steht, ist wirklich alles erstunken und erlogen – wenn sie aus München kommt! Besinnlich gestimmt saß man gestern früh am warmen Ofen, hatte die Füße in ein heißes Bad gesteckt und bekam einen Kälteschock, als man die Schlagzeile der „Süddeutschen Zeitung“ las: „Münchens Wahrzeichen – für immer verschwunden?“ Wie bitte? Drei Artikel füllen die Titelseite des Lokalteils mit Katastrophenberichterstattung im Panoramaformat. Doch das Wahrzeichen, auf das sich die Fehlanzeige bezieht, ist nicht die Frauenkirche (vom Föhn verschluckt), das Olympiastadion (nach Qatar verschifft, als Vorauszahlung ans IOC für die nächste Bewerbung) oder die Weißwurst (von Söder verschlungen, Haut und Rezept inklusive). Die Rede ist vom schaumigen Gekräusel eines Gewässers im Englischen Garten, das es Surfern erlaubte, ihrem mit Ferne, Strand und wohlstandsbegünstigtem Gehenlassen assoziierten Sport mitten in der Innenstadt und........

© Frankfurter Allgemeine