Trumps kühne Machtdemonstration

Despot gestürzt, Regime weiter an der Macht? Nach der Ergreifung Maduros ist Venezuelas Zukunft unklarer, als Trump sagt. Aber dem Präsidenten ging es auch um Amerikas Stellung in der Welt.

Der kurze, aber äußerst wirkungsvolle US-amerikanische Einsatz in Venezuela war in jeder Hinsicht eine kühne Aktion. Militärisch war die Ergreifung Maduros in dessen Residenz eine bemerkenswerte Leistung. Trump und sein Generalstabschef hatten recht, als sie auf ihrer Pressekonferenz in Florida darauf hinwiesen, dass kein anderes Land auf der Welt einen solchen Einsatz zustande gebracht hätte. Dass sie erkennbar froh waren, dass keine US-Soldaten getötet wurden, zeigt, dass ihnen das operationelle Risiko bewusst war.

Politisch ist der Sturz eines amtierenden Präsidenten ein noch größeres Wagnis, nicht zuletzt für einen Politiker wie Trump, der früher gegen Regimewechsel und „nation building“ wetterte. Er will nun sogar, dass Venezuela von den Vereinigten Staaten geführt wird, wenn auch nur für eine unspezifizierte Übergangszeit. Die US-amerikanische Geschichte ist reich an missglückten Versuchen dieser Art, siehe zuletzt Afghanistan oder der Irak.

Vor allem aber ist es eine........

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