Loyalität darf nicht beim Verlassen des Büros enden |
Festnahme Hannings : Loyalität darf nicht beim Verlassen des Büros enden
Der Fall des früheren BND-Präsidenten ist Ausdruck von mangelndem Verantwortungsgefühl. Die Reform der Dienste darf jetzt aber nicht scheitern. Sie werden mehr gebraucht denn je.
Bundeskanzler Friedrich Merz sagte vor Kurzem, der Bundesnachrichtendienst befinde sich schon jetzt auf Augenhöhe mit dem Mossad und dem MI5. Da kann man für den israelischen und britischen Dienst nur hoffen, dass das nicht stimmt. Denn die eklatanten Sicherheits- und Regelungslücken, die der Fall August Hanning offenlegt, sind erschreckend. Sie beunruhigen auch die internationalen Partnerdienste, auf die die Deutschen so sehr angewiesen sind. Die britischen Geheimdienste überprüfen derzeit offenbar alle Informationen, die sie an den BND übermittelt haben. Das Misstrauen ist offenkundig.
Wie Satire wirkt, dass niemandem beim Aufklärungsdienst BND aufgefallen ist, dass 2000 Dokumente offenbar ohne großen Aufwand über den Büroleiter des Präsidenten an den früheren Chef Hanning gelangt sind, über Jahre. So zumindest die Vorwürfe, die der Generalbundesanwalt gegen Hanning und seinen früheren Büroleiter erhebt. Erstaunlich ist auch, dass sich Hanning offenbar keine allzu große Mühe gab, die gestohlenen Dokumente zu verstecken. Die Hamburger Ermittler, die sein Haus im Zusammenhang mit dem Block-Prozess durchsuchten, wurden wohl schnell fündig. Da fühlte sich jemand ziemlich........