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Letzte Dienstfahrt

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05.08.2022

Den Rücktritt von Patricia Schlesinger vom Vorsitz der ARD am Tag danach als unausweichlich zu bezeichnen, fällt leicht. Der Katalog der Vorwürfe, denen sie sich ausgesetzt sieht, ist umfangreich.

Zweifelhafte Verträge für Berater des vom Rundfunk Berlin Brandenburg geplanten „Digitalen Medienhauses“, für deren Zustandekommen der Verwaltungsratsvorsitzende des Senders, Wolf-Dieter Wolf, eine wichtige Rolle spielte. Verträge für Schlesingers Ehemann bei der Messe Berlin, wo Wolf den Aufsichtsrat führt. Fragwürdige Finanzierungsmodelle für den Großbau, der 160 bis 185 Millionen Euro und also doppelt soviel wie zunächst avisiert, kosten könnte. Ein Mietgeschäft mit der Messe Berlin, an dem Wolf in seiner Doppelrolle ebenfalls Anteil gehabt haben soll. Die Erhöhung des Grundgehalts der Intendantin um 16 Prozent auf 303.000 Euro pro Jahr – beschlossen vom Verwaltungsrat des RBB. Geschäftsessen im Privathaus der Intendantin und dann noch ein Dienstwagen der obersten Luxusklasse zum Dumpingpreis. All das verträgt sich schlecht mit dem Bild, das die öffentlich-rechtliche ARD von sich vermitteln will. Patricia Schlesinger als Chefin des Senderverbunds – das war untragbar.

Sie habe in der ARD, führte Patricia Schlesinger zwischenzeitlich ins Feld, in den letzten Tagen viel Solidarität........

© Frankfurter Allgemeine


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