Schnell heiraten, um lebenslang zu splitten? |
Klingbeils Steuervorstoß : Schnell heiraten, um lebenslang zu splitten?
In einer guten Ehe geht es um mehr als Splitting. Aber ein gutes Steuerrecht sollte Verheiratete als Erwerbsgemeinschaft behandeln. Sonst wird es ungerecht.
Sollten wir schnell heiraten, um uns den Splittingvorteil in der Einkommensteuer zu sichern? Diese Frage dürfte sich das ein oder andere Paar aktuell stellen, das glücklich in wilder Ehe lebt. Hat sich doch Finanzminister Lars Klingbeil in einer Grundsatzrede dafür ausgesprochen, diese Form der gemeinsamen Besteuerung demnächst abzuschaffen – zumindest für alle, die erst nach der Gesetzesänderung heiraten.
Nur was der Standesbeamte vorher schon zusammengefügt hat, das soll der Fiskus nach den Vorstellungen des SPD-Politikers weiterhin nicht scheiden. Dass der Vizekanzler und Bundesfinanzminister die seit 1958 geltende Regel infrage stellt, überrascht nicht. Das Ehegattensplitting ist seiner Partei seit Langem ein Dorn im Auge. Für die Genossen ist es das Symbol für die Benachteiligung der Frau. Sie machen die Steuerregel dafür verantwortlich, dass Frauen oft in der Teilzeitfalle festhängen, weil sich Mehrarbeit für sie nicht lohnt.
Die Steuerprogression gilt auch für Eheleute
Dieser Vorwurf ist gleichermaßen zutreffend wie falsch – so merkwürdig das klingt.........