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Die Kalbitz-Partei

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16.05.2020

Angenommen, die AfD wäre eine normale Partei und ihre Mitglieder würden hören, dass der Verfassungsschutz im Besitz der Mitgliederliste eines Neonazi-Grüppchens ist. Was würde passieren, wenn auf dieser Liste der Name eines Landesvorsitzenden stünde? Wahrscheinlich eine ganze Menge. Natürlich würde sich die Bundesführung empören. Ihre Vertreter würden den Mann wohl anrufen und ihm Vorwürfe machen. Zeitungen würden berichten. Aber das wäre alles nur die Oberfläche. Der Landesvorsitzende würde nämlich sofort zurücktreten. Nicht weil er ein guter Mensch ist, denn das wäre er ja nachweislich nicht. Sondern weil ein Festhalten am Amt zwecklos wäre. Seine Kollegen im Landesvorstand würden ihm schon sagen, was wäre, wenn er es versuchte: Vorstandsbeschluss, Einberufung eines Sonderparteitags, Ladungsfrist sechs Wochen, Tagesordnungspunkt 1: Abwahl des Landesvorsitzenden, mit großer Mehrheit angenommen. Danke, tschüs. Es wäre........

© Frankfurter Allgemeine