Furor mit Folgen
Wirtschaftspolitische Debatten wurden auch früher nicht mit Wattestäbchen geführt. Doch wer bei jeder Gelegenheit auf Knopfdruck zündelt, sollte sich hinterher nicht beschweren, dass es brennt.
Rente, AfD-Kontakte, Wärmepumpen – die jüngere Geschichte ist voll von wirtschaftspolitischen Gefechten. Kein Wunder, es steht viel auf dem Spiel. In der Sozialpolitik muss radikal umgesteuert und gekürzt werden, der Aufstieg der Rechtspopulisten treibt die Parteien der Mitte vor sich her, und in der Energie- und Klimapolitik geht es um Grundsatzfragen, die den Kern des Industriestandortes Deutschland berühren.
Wer sich in die öffentlichen Arenen begibt – neben Politikern sind das vor allem Unternehmer, Verbandsvertreter, NGO-Funktionäre –, braucht ein dickes Fell. Das war schon immer so. Wer die Hitze nicht aushält, sollte sich von der Küche fernhalten. Schon frühere Debatten wurden nicht mit Wattestäbchen ausgefochten. Wer sich davon überzeugen will, schaue sich Bundestagsdebatten zu den Hartz-Reformen oder den Hilfspaketen für Griechenland während der Eurokrise an.
Doch zuletzt haben die Auseinandersetzungen eine Schärfe erreicht, die der Sache schadet – und fähige Menschen davon abhalten könnte,........
