Trumps Werk und Chinas Beitrag

Staatsbesuch in Peking : Trumps Werk und Chinas Beitrag

Beide Länder sind systemische Rivalen – und doch profitiert China strategisch von Trumps Politik. Damit das so bleibt, muss Peking vorsichtig vorgehen.

„Das Feuer am gegenüberliegenden Ufer beobachten“ – so lautet ein bis heute bekanntes Strategem aus dem China des dritten Jahrhunderts. Das andere Ufer steht für den Gegner in der Krise, das „Beobachten“ gilt dem scheinbar unbeteiligten Dritten, der abwartet und aus der Lage seinen Vorteil zieht. Ein passendes Bild für Pekings Blick auf Donald Trump.

China und die USA sind und bleiben systemische Rivalen. Seit Jahren buhlt Peking um die Vorherrschaft in der Weltwirtschaft, zunehmend auch in der Geopolitik. Die aktuelle, chaotische Phase des alten Angstgegners unter Trump nutzt Peking nun, indem es geduldig beobachtet, wie das Verhalten der USA die Weltordnung zugunsten Chinas verschiebt. Gleichzeitig stellt China sich an anderen Ufern breiter auf.

Außenpolitisch kann Peking beobachten, wie Trump im Westen Allianzen beschädigt und alte Verbündete schwächt. Mit seinem Annexionsplan Grönlands stellte er die NATO infrage, deren Zerschlagung ein alter Traum Chinas ist. Trumps Verachtung für die Ukraine stärkt Russland und damit indirekt Peking. Trump belegt die EU mit drastischen Zöllen und fördert zugleich Kräfte, die Brüssel schwächen. Eine........

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