Die Wut als Kulturgut

Wenn Trainer ausrasten : Die Wut als Kulturgut

Werden künftige Generationen eher Riera als Goethe rezitieren können? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Denn die Gegenwart zeigt: Die öffentliche Trainertirade ist keine Kunstform der Vergangenheit.

Wutreden von Trainern sind im Fußball fast schon ein Kulturgut. Millennials, die sich für Fußball interessieren, können heute mit hoher Wahrscheinlichkeit eher Giovanni Trapattoni rezitieren als Goethe. Wer war das, der so spät durch Nacht und Wind reitet? Jedenfalls nicht Thomas Strunz, der war zum Ärger des Maestros ja ständig verletzt („Was erlaube Strunz?“).

Auch die „Flasche leer“ hat sich seit der legendären Pressekonferenz vor fast 30 Jahren für immer ins kollektive Fußballgedächtnis eingebrannt. Und nicht nur Dortmunder Fans können sich noch heute daran erinnern, wie sich der sonst wenig bleibenden Eindruck hinterlassende Thomas Doll 2008 „den Arsch........

© Frankfurter Allgemeine