Eine helle Passage allein reicht nicht |
Frankfurter Hauptbahnhof : Eine helle Passage allein reicht nicht
Am Hauptbahnhof in Frankfurt öffnen im Juni erste neue Geschäfte in der unterirdischen Fläche. Die Bahn verknüpft das modernisierte Umfeld mit Hoffnungen auf mehr Sicherheit. Schön wäre es.
Alles neu am Frankfurter Hauptbahnhof, alles sicher, dort und rundherum auch? So weit ist es noch nicht. Aber die Bau- und Umbauarbeiten an Deutschlands größtem Eisenbahnknotenpunkt haben fünf Jahre nach Beginn eine wichtige Phase erreicht. Und wenn in der sogenannten B-Ebene, der unterirdischen Fläche mit Zugängen zu S- und U-Bahnen, im Juni erste Geschäfte neu eröffnen, wenn das zuvor eher dunkle und stellenweise muffige Areal heller und freundlicher und insgesamt moderner ist: Dann wird das den Aufenthalt für Reisende erheblich angenehmer machen, als er zuletzt war und zurzeit ist.
Insgesamt ist die Etappe zur neuen B-Ebene nur ein Stück auf dem Weg, den der „Masterplan Frankfurter Hauptbahnhof“ der Deutschen Bahn beschreibt und der in einigen Jahren mit dem Bau eines Fernbahntunnels seinen Abschluss finden soll. Währenddessen geht das tägliche Geschäft im Bahnhof weiter, mit allem, was dabei schön, aber auch mit allem, was problembehaftet ist. Wo am Tag 500.000 Reisende gezählt werden und Hunderte ihren Arbeitsplatz haben, müssen alle Investitionen auch als Investitionen in die öffentliche Sicherheit gedacht und gesehen werden.
Aufenthaltsdauer und Prävention
Der Neu- und Ausbau von Ladenflächen an Orten, an denen Frequenz garantiert ist, hat Potential für alle Beteiligten. Wie groß dieses Potential ist, zeigt der Frankfurter Flughafen, wo die Erlöse aus dem Betrieb und der Vermietung von Laden- und Gastronomieflächen seit Jahren eine wachsende Einnahmequelle für den Betreiber Fraport sind, auch wenn dem jüngsten Geschäftsbericht zufolge die Pro-Kopf-Ausgaben gesunken sind.
Ein Bahnhof ist kein Flughafen. Aber Ladenzeilen und Restaurants, wenn sie attraktiv gestaltet sind, machen notwendige Aufenthaltszeiten attraktiver und freiwillige womöglich länger, was im besten Falle einen gewissen präventiven Charakter hat. Das ist umso wichtiger, als Kriminalität und aggressives Betteln im Bahnhof Phänomene sind, die viel zu häufig gemeldet werden. Während Ideen wie die unlängst vom hessischen Verkehrsminister geäußerte, den Zugang zu den Bahnsteigen nur noch mit dafür gültigen Ausweisen möglich zu machen, in Deutschland kaum Chancen haben, verwirklicht zu werden.
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Wenn eines Tages die Modernisierung des Frankfurter Hauptbahnhofs abgeschlossen sein wird, hat sich vielleicht auch in seiner Umgebung, dem Bahnhofsviertel, einiges verändert, und hoffentlich zum Guten, mit der Einhegung der offenen Drogenszene zum Beispiel. Dazu soll nicht zuletzt das beschlossene Hilfszentrum für Crackabhängige beitragen, über dessen Ausgestaltung eine wie auch immer zusammengesetzte neue Römer-Koalition so schnell wie möglich Klarheit schaffen sollte.
Jacqueline VogtRessortleiterin der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Ressortleiterin der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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