Politische Einmischung ist ein Standortrisiko
Kampf um die Commerzbank : Politische Einmischung ist ein Standortrisiko
Nach über 18 Monaten der Absichtserklärungen liegt nun ein offizielles Angebot der Unicredit für die Commerzbank auf dem Tisch. Die Argumente sind ausgetauscht, jetzt haben es die Aktionäre in der Hand.
Es ist längst filmreif: Der Unicredit-Vorstandsvorsitzende, der Investmentbanker Andrea Orcel, greift nach der Commerzbank. Sein Ziel ist ein altehrwürdiges Kreditinstitut mit einer 155-jährigen Tradition, das sich dem deutschen Mittelstand verschreibt und die Finanzierung ihrer Kunden in guten wie in schlechten Zeiten sicherstellen will. David gegen Goliath. Wer hätte gedacht, dass eine Bankenübernahme mit so viel Emotionalität und verbalem Schlagabtausch geführt werden kann.
Tatsächlich ist die beabsichtigte Übernahme der Commerzbank durch Unicredit mehr als nur ein weiterer Deal im europäischen Bankensektor. Sie gilt als ein Testfall dafür, ob Europa zu grenzüberschreitenden Champions findet oder ob die bekannten Hürden aus Politik, Aufsicht und Unternehmenskultur am Ende stärker sind als eine strategische Logik.
Es gibt Argumente, die für eine Übernahme sprechen
Es gibt durchaus Argumente für diese Transaktion. Größe ist im Bankgeschäft ein Wert an sich, weil Skaleneffekte greifen. Kosten für Regulierung, Aufsicht und IT lassen sich in großen Häusern effizienter umverteilen.
Auch Geographie und Kundenportfolios können Pro-Argumente liefern: Unicredit ist in Italien stark und mit der vor Jahren übernommenen Hypovereinsbank im Süden Deutschlands sehr präsent.
Die Commerzbank........
