Trump macht es möglich, Trump macht es nötig |
Handelsdeal mit Australien : Trump macht es möglich, Trump macht es nötig
Das zweite große Handelsabkommen binnen weniger Monate: Die Europäische Union löst sich mit der Einigung mit Australien noch etwas mehr von den Vereinigten Staaten – und einem zweiten schwierigen Partner.
Allmählich nimmt die Liste der EU-Handelsabkommen eine beeindruckende Länge an. Nach der Einigung mit Indien hat die Europäische Kommission mit Australien das zweite große Abkommen im laufenden Jahr besiegelt. Im Mai tritt auch noch der Handelsvertrag mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten vorläufig in Kraft.
Zurücklehnen wird sich in Brüssel dennoch niemand. Die Verhandlungen mit Thailand, Malaysia, den Philippinen und den Vereinigten Arabischen Emiraten laufen unter Hochdruck. Ungeachtet des Ausgangs kann die Kommission aber schon jetzt von einem erfolgreichen Jahr in der Handelspolitik sprechen.
Der amerikanische Präsident Donald Trump macht all das mit seinem Zollfeldzug gegen die gesamte Welt möglich. Trump macht es aber auch nötig. Die Europäische Union muss hart um neue Handelspartner werben, um die Abhängigkeit von den USA zu verringern. Sie ist ebenso Handelnde wie Getriebene. Jeder neue Deal macht die Europäer weniger erpressbar, jeder gesenkte Zollsatz gleicht die trumpschen Zölle zumindest ein wenig aus.
Australien kann Rohstoffe liefern
Der Beitrag der Einigung mit Australien dazu ist für sich genommen gering. Das Land mit gerade einmal 27 Millionen Einwohnern rangiert auf der Liste der wichtigsten EU-Handelspartner nur auf Platz 20. Die Australier sind kaufkräftig. Dennoch ist das Wachstumspotential für die europäische Wirtschaft überschaubar, wenn man es etwa mit der Übereinkunft mit den stark abgeschotteten Mercosur-Staaten vergleicht.
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Australien ist aber aus einem anderen Grund wichtig für die EU: Das Land kann die so dringend benötigten Rohstoffe liefern. Es fördert beinahe die Hälfte des Lithiums auf der Welt und ist eine Macht im Abbau Seltener Erden. Australien kann der EU zwei Drittel der von ihr als strategisch und kritisch eingestuften Rohstoffe liefern.
Das Abkommen sichert den Europäern aber nicht nur den Zugang zu diesen Vorkommen. Die neuen Partner gehen noch weiter: Die EU und Australien wollen auch bei der Weiterverarbeitung der Rohstoffe zusammenarbeiten. Heute hat China bei Lithium, Seltenen Erden und vielen anderen Rohstoffen die Verarbeitung faktisch allein in der Hand. So kann sich die EU mit dem neuen Deal gleich aus der Abhängigkeit von zwei schwierigen Handelspartnern lösen.
Hendrik KafsackWirtschaftskorrespondent in Brüssel.
Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.
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