Gefühlte Zensur in der Berichterstattung über Nahost

Studie zu Pressefreiheit : Gefühlte Zensur in der Berichterstattung über Nahost

Wie groß ist der Druck auf Journalisten in der Nahostberichterstattung? Eine Studie der FU Berlin behauptet: Besorgniserregend hoch. Und rechnet doch vor allem subjektive Befindlichkeiten zusammen.

In deutschen Redaktionen, so lautet ein beliebter Vorwurf aus dem Repertoire populistischer Medienkritik, darf man sich heutzutage nicht mehr frei äußern. Ein ganzes Biotop lauter Alternativmedien hat es daher zum Geschäftsmodell gemacht, Texte voll Hetze und Lügen herumzuschreien, die man woanders skandalöserweise nicht publizieren will. In der Regel geht es dabei um Themen wie Migration oder Gendergerechtigkeit. Aber auch im Fall der Nahostberichterstattung wird zunehmend die Klage über Einschränkungen der Meinungsfreiheit laut, über Zensur oder Selbstzensur wegen öffentlichen Drucks.

Eine Studie der Freien Universität Berlin hat nun versucht, diese oft nur vage geäußerte Wahrnehmung durch Zahlen zu belegen. Dafür schrieben die Kommunikationswissenschaftler vom Center for Information and Media Literay (CeMIL) im Mai und Juni fast 600 Journalisten und Journalistinnen an, 179 nahmen an der Onlinebefragung teil. Die Forscher wollten unter anderem wissen, ob sich die Pressefreiheit bei der Berichterstattung über den Nahostkonflikt seit dem 7. Oktober 2023 verschlechtert habe; zwei Drittel der Befragten finden: ja. Fast drei Viertel berichten von einer oder mehreren „Bedrohungserfahrungen“.

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