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Die FDP sucht ihre Mitte

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10.01.2026

Dass die FDP im deutschen Parteiensystem gebraucht wird, sehen viele so. Aber wofür genau soll sie darin stehen? Der neue Vorsitzende hat bisher keine überzeugenden Antworten.

Wie fühlt es sich an, FDP zu wählen? Die Frage ist politisch bedeutsam. Das zeigte eine Begebenheit in Stuttgart diese Woche. Da kamen die Liberalen zusammen, es war ihr traditionelles Dreikönigstreffen. Zur Tradition gehört auch, dass vor dem Ort des Treffens Leute protestieren. Mal sind es Bauern, die auf Traktoren anrollen, mal Linke, die rote Fahnen schwenken.

Diesmal protestierten die eigenen Leute, ein paar durchgefrorene Aktivisten aus der Parteijugend. Sie hatten ein Banner aufgestellt, darauf stand ihre Forderung: „Moral statt Mitte“. Was sollte das heißen? Danach gefragt, erklärten die jungen Liberalen es. Sie wollen die FDP wieder fühlen.

So, wie die Wähler von Grünen und AfD ihre Parteien fühlen. Die FDP-Aktivisten beneiden sie um die Überzeugung, bei den Guten zu sein, auf der richtigen Seite zu stehen. Einer sagte, er vermisse das Gefühl, für etwas Wesentliches zu kämpfen. Aber die FDP hatte sich doch jüngst auf die Fahne geschrieben, die „radikale Mitte“ zu sein. Überzeugte das die jungen Liberalen nicht: Deutschland von der Wurzel her zu reformieren, aber weder abzuschaffen noch über alles zu stellen? Nein, das überzeugte sie nicht.

Radikal: Ja, aber Mitte: Nein. Zu ungenau,........

© Frankfurter Allgemeine