Beseelt von der Wahrheit
Michael Gregoritsch : Beseelt von der Wahrheit
Der Augsburger Michael Gregoritsch gibt auf Nachfrage des Schiedsrichters zu, nicht gefoult worden zu sein. Und wird dafür gefeiert. Aber was sagt das über das Fußball-Business aus?
Zwischen Held und Buhmann standen nur drei Worte: „War kein Foul.“ Die Aufregung um Michael Gregoritsch hätte nach dem lahmen 1:1 zwischen Hamburg und Augsburg kaum größer sein können; als habe er sich nachhaltig für den Friedensnobelpreis in Erinnerung gebracht, wurde der österreichische Stürmer des FCA in der Interview-Zone von allen Profis und auch danach von den Coaches gefeiert, wenigstens aber habe er nun den Fair-Play-Preis verdient: hatte er doch gegenüber Schiedsrichter Deniz Aytekin auf Nachfrage zugegeben, dass der Hamburger Fábio Vieira ihn nicht gefoult habe.
Aytekin nahm daraufhin den Freistoß für Augsburg zurück und lobte Gregoritsch: Er habe Respekt, Fairness und Menschlichkeit bewiesen. FCA-Coach Manuel Baum gefiel sein ehrlicher Stürmer auch, weniger die Aktion als solche – der Schiedsrichter habe ihn dadurch in die Bredouille gebracht, denn was wäre gewesen, hätte „Gregerl“ geantwortet: „War Foul!“
Alle Infos und ThemenF.A.Z.-Sonderseite zur Fußball-Bundesliga
Alle Teams im ÜberblickDie aktuelle Tabelle der Fußball-Bundesliga
Alles in der ÜbersichtSpielplan der Bundesliga: Termine, Ergebnisse, Partien
Dann wäre er nicht Held, sondern Buhmann im Volkspark geworden, sagte Baum – und hatte recht. So aber durfte sich Michael Gregoritsch feiern lassen, weil er die Wahrheit gesagt hatte: Offenbar erwartet das im Milliarden-Business Fußball schon gar niemand mehr.
Der Hamburger SV erkämpft sich in Unterzahl einen Punkt gegen den FC Augsburg und steht vor komplizierten Wochen. FCA-Stürmer Michael Gregoritsch bewirbt sich für den Fair-Play-Preis.
Der THW Kiel droht wieder, die Champions League zu verpassen. Trotz hochkarätiger Neuzugänge bleibt die Zukunft des deutschen Handball-Rekordmeisters ungewiss.
Dschavochir Sindarov dominiert das Kandidatenturnier der Schach-WM. Der 20 Jahre alte Usbeke beeindruckt mit selbstbewusstem Spiel und starker Vorbereitung.
