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Der Meister ohne Gesicht

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23.03.2026

Ludwig Minkus : Der Meister ohne Gesicht

Die minutenkurzen Variationen von Kitri, Basilio oder Gamzatti sind die Weltliteratur des Tanzes. Ihren Komponisten kennt man kaum: Vor 200 Jahren wurde Ludwig Minkus geboren.

Eitel hat man nicht sein dürfen. Nicht als „Inspektor der Ballettmusik“ und auch nicht als Komponist des kaiserlichen Balletts. Auch nicht als einer unter vielen, die für das Ballett der Pariser Oper komponiert haben. Hier fehlen Takte, um die neue Version eines Choreographen fertigzustellen? Wird geliefert, in der Partitur von Kollegen ergänzt, gestrichen, umgestellt. Hauptsache, es passt auf der Bühne perfekt. Das tut es, bis heute.

Erster, zweiter, dritter Schatten, Kitri, Basilio, Paquita und Gamzatti:  Die oft minutenkurzen Solo-Variationen, das Futter der internationalen Ballettwettbewerbe wie dem Prix de Lausanne, den man in der Arte-Mediathek findet, die Diamanten mit Zwischenapplaus der großen Handlungsballette, sie strömen in den sozialen Medien vorbei, brillant, verballhornt, aktivistisch umgedeutet und unverwüstlich. Doch außer Tschaikowsky sind nur wenige der Komponisten weithin bekannt, die im 19. Jahrhundert ein Ballett nach dem anderen schrieben für eine boomende Kunstform.

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Die meisten dieser Ballette sind vergessen, und man muss oft weit reisen, um selbst ein so berühmtes  wie „La Bayadère“ ganz zu sehen. Es ist, neben „Don Quixote“, das Glanzstück der langen Karriere des Ludwig Minkus, Sohn jüdischer Eltern aus Mähren und Ungarn, ein Wunderkind an der Geige, der von Wien aus erst Paris, dann Moskau und Sankt Petersburg als Komponist eroberte, und bis 1886 dort vor allem mit dem Choreographen Marius Petipa Ballettgeschichte schrieb. Lange hat man nicht einmal gewusst, wann der 1917 in Wien gestorbene Minkus geboren wurde. Vor 200 Jahren, am 23. März 1826.

Eva-Maria MagelLeitende Kulturredakteurin Rhein-Main-Zeitung.

Leitende Kulturredakteurin Rhein-Main-Zeitung.

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