Wider die Navi-Demokratie |
Mal wieder die Karte nutzen anstelle des Navis? Überblick statt Empörung? Wie der Tunnelblick der digitalen Gegenwart auch unsere Demokratie verengt und warum die Kommunalwahl in Hessen zum Realitätscheck taugt.
Auf der Rückfahrt aus dem Weihnachtsurlaub kam uns auf dem Weg um den Stau herum ein plötzlicher Gedanke. Es gibt einen Gegenstand, der in modernen Automobilen fast so obsolet wirkt wie ein Aschenbecher: die Straßenkarte. Heute haben wir diese analogen Relikte gegen eine beruhigende Stimme aus dem Off getauscht. Das Navigationsgerät hat unser Verhältnis zum Raum fundamental verändert. Wir wissen oft nicht mehr, wo wir sind, sondern nur noch, wann wir ankommen. Wir folgen einer blauen Linie, isoliert von der Umgebung, fokussiert auf den nächsten Abbiegehinweis. Und es ist, wenn man auf der bayerischen Landstraße etwas darüber nachdenkt, eine gefährliche Metapher für den Zustand unserer gesellschaftlichen Wahrnehmung.
Denn der Unterschied zwischen der Karte und dem Navi ist nicht allein technischer, sondern auch kognitiver Natur. Wer auf eine Karte schaut, sucht nicht nur........