menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Start im Sturm

72 0
26.03.2026

Neues Werk in China : Start im Sturm

Kein Markt für Chemikalien wächst schneller als der chinesische. In Ludwigshafen wird gespart und dichtgemacht, in China investiert. Das neue Werk des Chemiekonzerns BASF in Fernost startet mit vielen Risiken.

Sommer 2018: BASF, das größte Chemieunternehmen der Welt, kündigt die größte Einzelinvestition seiner Geschichte an. Für bis zu zehn Milliarden Euro will der Konzern einen neuen Standort aus dem Boden stampfen, und zwar auf dem größten Chemiemarkt der Welt, in China. Wahrlich ein Megaprojekt, zudem mit dem Segen der Politik: Als Vorstand und Provinzregierung die Absichtserklärung unterzeichnen, stehen Bundeskanzlerin Angela Merkel und der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang einig daneben.

Gerade acht Jahr ist das her. Acht Jahre allerdings, nach denen nichts mehr so ist wie vorher: Die alten Gewissheiten einer regelbasierten Wirtschaftsordnung sind weg.

Preise für Chemikalien im Keller

Jetzt wird der Standort offiziell eröffnet. Im Zeitplan und im Budget ist er geblieben, finanziert von einheimischen Banken, ausgerichtet auf den chinesischen Markt. Die Region Guangdong um die Anlagen in der Hafenstadt Zhangjiang sei der Wachstumsmotor Chinas – und die Wirtschaftsleistung so groß wie die von ganz Südkorea, heißt es aus dem Konzern. Und doch ist die Euphorie dahin. Die Märkte spielen nicht mit, schlimmer noch: Der politische Haussegen hängt........

© Frankfurter Allgemeine